Mittwoch, 13. April 2022

„Mehr als 500.000 Ukrainer nach Russland zwangsverschleppt“

Über eine halbe Million ukrainische Bürger seien in abgelegene Gebiete nach Russland zwangsverschleppt worden, beklagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ihre Dokumente und persönlichen Gegenstände wie Mobiltelefone seien konfisziert worden und die Kinder von ihren Eltern getrennt. Der Plan, so Selenskyi: „Russische Familien sollen ukrainische Kinder illegal adoptieren.“

Mariupol: Ausgebombte Häuser soweit das Auge reicht. - Foto: © APA/AFP / ANDREY BORODULIN

Die Lage in der Ukraine wird immer unübersichtlicher und immer öfters wird von Kriegsverbrechen gesprochen. „Ja, ich habe von Völkermord gesprochen, denn es wird immer deutlicher, dass Putin versucht, die Idee, Ukrainer zu sein, auszulöschen“, sagt beispielsweise der US-amerikanische Präsident Joe Biden auf die Frage von Journalisten, ob in der Ukraine ein Völkermord stattfinde.

Wolodymyr Selenskyi - Foto: © ANSA / UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SER



„Wir überlassen es den Juristen zu entscheiden, wie das international zu qualifizieren ist, aber so sieht es für mich auf jeden Fall aus“, fügte der US-Präsident hinzu.

Widersprüchliche Angaben zu Mariupol

Der ukrainische Präsident Selenskyi beklagt indes eine Zwangsverschleppung von ukrainischen Bürgern nach Russland. Über 500.000 Personen würden in abgelegene Gebiete gebracht, sagte er am Mittwoch. Persönliche Sachen würden ihnen abgenommen mit dem Ziel, die Kinder illegal zu adoptieren.

In der seit Wochen hart umkämpften Stadt Mariupol haben sich 1026 ukrainische Soldaten ergeben, darunter 162 Offiziere und 47 Soldaten – das sagt zumindest das russische Verteidigungsministerium.

Türkei stellt Schiffe für Evakuierung zur Verfügung

Dem ukrainischen Verteidigungsministerium liegen hingegen keine Informationen über eine Kapitulation ukrainischer Soldaten in Mariupol vor, sagte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber Journalisten.

„Die Türkei stellt Schiffe für die Evakuierung der Menschen aus Mariupol zur Verfügung und wartet auf eine positive Antwort.“ Dies teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit, das von Tass zitiert wird.

Putin: „Der Krieg wird fortgesetzt“

Nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin befinden sich die Verhandlungen in einer „Sackgasse“ - Russland werde den Krieg daher fortsetzen, um das zu erreichen, was von Anfang an das Ziel war: „Die Eroberung des gesamten Donbass zum Schutz der dortigen ethnischen russischen Bevölkerung“, so Putin.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

stol

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