<BR /> Um die Löhne der 40.000 öffentlichen Mitarbeiter zu stärken, hat das Land Hunderte Millionen Euro in die Hand genommen. „Im privaten Bereich sind in erster Linie die privaten Arbeitgeber für Löhne zuständig“, stellt Arno Kompatscher klar. Das Land wolle eine bessere Lohnentwicklung im Privatsektor aber mit Anreizen unterstützen. „Das gibt es nicht überall.“<BR /><BR />In der Tat belohnt das Land schon jetzt Arbeitgeber, die über Zusatzkollektivverträge auf Landesebene oder Betriebsvereinbarungen finanzielle Zusatzleistungen für ihr Personal vorsehen. Für diese Betriebe sinkt die regionale Wertschöpfungssteuer IRAP von 3,9 auf 2,68 Prozent. Die Mindereinnahmen für das Land aus dieser Steuersenkung betragen 50 Mio. Euro im Jahr. Diese Regelung will der Landeshauptmann aufrechterhalten.<BR /><BR /> „Zusätzlich sind im Haushalt jetzt für 2027 und 2028 aber jeweils 20 Mio. Euro für weitere Maßnahmen vorgesehen“, so Arno Kompatscher. „Der Grundsatz lautet: Brave Unternehmen, die ihren Mitarbeitern entgegenkommen, sollen weniger IRAP zahlen“, sagt Kompatscher. Nun sei der Einfallsreichtum von Arbeitgebern und Gewerkschaften gefragt. Im Mai erwartet er sich Vorschläge der Sozialpartner.<h3> Denkbar seien auch andere Varianten </h3>„Ich bin offen für alles“, sagt Kompatscher. Es müsse nicht zwangsläufig zu weiteren Skonti bei der IRAP kommen. Diese sind vor allem für Unternehmen mit vielen Mitarbeitern in der Industrie, aber weniger für kleine Betriebe wie im Handel interessant. Denkbar seien deshalb auch andere Varianten wie mehr Punkte bei Landesbeiträgen für „besonders brave“ Betriebe. Und es müsse nicht zwangsläufig „nur“ mehr Lohn sein. Prämiert könnten auch Betriebe werden, die sich für Familienfreundlichkeit einsetzen. <BR /><BR />Bei der Wirtschaft hat man den Ruf gehört. „Jederzeit bereit, uns mit dem Landeshauptmann an einen Tisch zu setzen“, sagt hds-Präsident Philipp Moser. Anders als für die Industrie mit ihren Großbetrieben seien zusätzliche IRAP-Senkungen „im Bereich nach dem Komma“ für kleine Läden mit wenigen Mitarbeitern aber kaum Anreiz, noch etwas draufzulegen. <BR /><BR />Beim ASGB wartet man derzeit noch auf Daten über Betriebe und Angestellte, die Zusatzverträge haben. Allemal sollten die Anreize des Landes nicht zweigeteilt werden. „IRAP-Senkungen soll es nur mehr für jene geben, die unter das neue Paket fallen, das wir jetzt schnüren“, sagt ASGB-Chef Tony Tschenett. Dabei sei klarzustellen, dass das Lohnplus aus territorialen Verträgen oder Betriebsabkommen wirklich bei den Mitarbeitern landet. „Es kann nicht sein, dass Zulagen oder Lohn-Plus vom Betrieb mit dem Argument aufgesaugt werden, man zahle eh über dem Kollektivvertrag. Da brauchen wir keine Zusatzverträge zu machen“, so Tschenett.<BR /><h3> Höhe der Zusatzabkommen sei unter die Lupe zu nehmen</h3>Auch die Höhe der Zusatzabkommen sei unter die Lupe zu nehmen. „Derzeit bekommt ein Betrieb die IRAP-Senkung, egal ob 20 oder 200 Euro mehr bezahlt werden. Eine gewisse Konsistenz sollten die Zusatzvereinbarungen aber haben“, meint Tschenett. Wahr ist freilich auch, dass jedes Abkommen von den Gewerkschaften mitunterzeichnet wird. Sind sie zu niedrig, muss keiner unterschreiben. „Ich hoffe, dass sie das nutzen und im Wissen verhandeln, dass der Betrieb dafür Anreize vom Land erhält“, sagt Kompatscher.<BR /><BR />Bleibt die Frage, was passiert, wenn sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf keine gemeinsame Lösung einigen. „Dann habe ich selbst schon sehr klare Ideen. Ich sage sie jetzt aber nicht, um keinem vorzugreifen“, so Landeshauptmann Kompatscher.