Der Gemeinderat hatte bereits im vergangenen Jahr ein Programm für die Errichtung mehrerer öffentlicher Toiletten beschlossen. Am Dienstag forderte Rudi Benedikter, Vize-Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat, auf der Sitzung des Gemeinderats vom Stadtrat „Klarheit zur Finanzierung des Toiletten-Programms“ ein.<BR /><BR />Bürgermeister Claudio Corrarati erklärte, dass es bereits mehrere Treffen der Gemeindeverwaltung mit Unternehmen gegeben habe, die öffentliche Toiletten anbieten. Da das Geschäftsmodell dieser Unternehmen über Werbung finanziert werde, seien seitens der Gemeinde keine großen Investitionen vorgesehen, betonte Claudio Corrarati.<h3> Innovatives Modell</h3>Konkret sieht das Konzept vor, dass die Stadt einer Firma Werbeflächen im öffentlichen Raum zur Verfügung stellt. Im Gegenzug wird das Unternehmen öffentliche Toiletten errichten, ohne dass der Gemeinde dadurch Kosten entstehen. Derlei Modelle würden von einem Unternehmen, mit dem die Stadtverwaltung im Gespräch sei, in Nordeuropa bereits erfolgreich umgesetzt, sagte Corrarati.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286622_image" /></div> Das Geschäftsmodell sieht vor, dass die Unternehmen die Toiletten nicht nur einrichten, sondern auch für deren Betrieb und die Wartung zuständig sind. Einige dieser Firmen bieten selbstreinigende Toiletten an. Die Anlagen säubern sich nach jeder Benutzung automatisch, indem Sitz und Boden mit Desinfektionsmittel gereinigt werden, sobald der Gast den Raum wieder verlassen hat.<h3> Vorerst fünf Anlagen geplant</h3>„Wir erstellen gerade eine Kartierung für öffentliche Toiletten, die auch in den Park- und Grünanlagen notwendig sind“, ergänzte der zuständige Stadtrat Marco Caruso. Derzeit sei man dabei, eine Änderung der Regeln für Werbeflächen zu auszuarbeiten. Die Gemeindeverwaltung bereite jedenfalls die Errichtung weiterer öffentlicher Toiletten vor.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286625_image" /></div> Bevor die Stadt das Programm umsetze, würden die erforderlichen Mittel im Haushalt bereitgestellt, sagte Caruso. Auf „Dolomiten“-Nachfrage erklärte der Stadtrat, dass derzeit noch der genaue Bedarf erhoben werde. Er gehe vorerst – in einem ersten Schritt – von fünf neuen öffentlichen Toiletten aus.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286628_image" /></div> Gemeinderat Benedikter, der sich seit Jahren für öffentliche Toiletten in Bozen einsetzt, erklärte gegenüber den „Dolomiten“, dass er die Antworten von Bürgermeister Corrarati und Stadtrat Caruso zur Kenntnis nehme. „Ich schaue mir an, ob sich das bewährt“, so der Gemeinderat, der nochmals auf die Kosten von 200.000 Euro für die im Bau befindliche öffentliche Toilette an der Wassermauer verwies.<h3> Erste öffentliche Toilette ab Frühjahr</h3>Bozens erste öffentliche Toilette an der St.-Anton-Bar befindet sich noch im Bau. Die Arbeiten dazu haben im September 2025 begonnen und sollen im Frühjahr abgeschlossen sein.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286631_image" /></div> Künftig wird es an der Bar zwei Toilettenbereiche geben - für Männer und einen kombinierten Bereich für Frauen und Menschen mit Beeinträchtigung. Zudem soll im bestehenden Gebäude ein Raum für Mütter mit Kindern eingerichtet werden. Die Anlagen sind frei zugänglich; Gäste müssen die Bar nicht betreten.