Mittwoch, 10. Mai 2017

Mehr Schwangerschaftsabbrüche in Südtirol

Im Jahr 2016 wurden in Südtirol 563 freiwillige Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Das sind knapp 9 Prozent mehr als im Vorjahr.

 in In den Gesundheitseinrichtungen Südtirols fanden 563 freiwillige Schwangerschaftsabbrüche statt.
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in In den Gesundheitseinrichtungen Südtirols fanden 563 freiwillige Schwangerschaftsabbrüche statt. - Foto: © shutterstock

Die Abbruchziffer betrug im Jahr 2016 laut dem Landesinstitut für Statistik Astat 4,8 je 1.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahre.

Die meisten Frauen sind älter als 30 und haben bereits Kinder

Eine Auswertung der Daten nach Altersklassen hat ergeben, dass Frauen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren am häufigsten einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Nur eine von 10 Frauen ist unter 20 Jahre alt.

Mehr als die Hälfte der Frauen haben bereits 1 oder mehrere Kinder.

Ausländische Frauen fallen stärker ins Gewicht

In den vergangenen 10 Jahren fallen laut Experten die freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche der ausländischen Frauen immer stärker ins Gewicht, auch weil der Anteil der Ausländerinnen an der Gesamtbevölkerung stetig ansteigt. 4 von 10 betroffenen Frauen sind Ausländerinnen.

Die meisten Abbrüche erfolgten innerhalb der 8.Woche

Rund ein Viertel der freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche wurden innerhalb der achten Schwangerschaftswoche vorgenommen. Nur 7,3 Prozent der Fälle betreffen Abbrüche nach der zwölften Schwangerschaftswoche infolge eines pathologischen Befundes bei den Vorsorgeuntersuchungen von Mutter oder Kind.

Die Absaugung ist nach wie vor die am häufigsten angewandte Methode (90,2 Prozent). Meist wird der Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt. Die so genannte „Abtreibungspille“ RU486, bei der die beiden Wirkstoffe Mifepreston und Prostaglandin verabreicht werden, wurde nur in 1,1 Prozent der Fälle eingesetzt.

Viele Südtiroler Ärzte verweigern Abtreibung

Aus dem Monitoring 2016 geht hervor, dass 84,4 Prozent der Gynäkologen, die in Südtirols öffentlichen Krankenhäusern und Privatkliniken arbeiten, keine Abtreibungen vornehmen. Italienweit liegt der Anteil der Verweigerer insgesamt bei 70,7 Prozent (2014).

stol/vvs

stol