Vergleiche man die Zahlen von 2009 mit jenen des vergangenen Jahren, dann herrsche zwar keine Alarmstimmung, aber „größte Wachsamkeit“, so Rotondi: 2010 wurden 70 Fälle von sexueller Gewalt zur Anzeige gebracht, 2009 waren es noch 45. „Den Anfängen wehren“ Auch sexuelle Handlungen an Minderjährigen und Prostitution von Minderjährigen haben zugenommen. Während 2009 in einem einzigen Fall von der Staatspolizei pädo-pornografisches Material beschlagnahmt wurde, stieg die Zahl 2010 auf sieben Fälle an. Rotondi betonte, dass die Zahl sexueller Übergriffe nicht besorgniserregend hoch sei, aber dennoch zu noch größerer Wachsamkeit anmahne. „Wir wollen den Anfängen wehren“, unterstrich Rotondi und kündigte an, den Polizeieinsatz in diesem Bereich zu verstärken. Außerdem appellierte er an die Bevölkerung, noch mehr Sensibilität an den Tag zu legen und auch die „kleinsten Vorfälle“ sexueller Gewalt zur Anzeige zu bringen. So sei am 21. April dieses Jahres ein Mann überführt worden, der am helllichten Nachmittag einer 16-jährigen Marokkanerin in der Bozner Drususstraße auf den Po gegriffen hatte. Da sich der Vorfall genau vor der alten Polizeischule ereignet hatte und dort noch eine Videokamera installiert ist, konnte der Verdächtige – auch dank der schnellen Anzeige der Minderjährigen – schnell überführt werden (siehe Video). 17 Stadion-Verbote In seinem Jahres-Bericht verwies Rotondi auch auf 17 ausgestellte Stadion-Verbote. Da es 2009 mehrmals zu Übergriffen bei Sportveranstaltungen gekommen war, hatte die Polizei im vergangenen Jahr zu Präventivmaßnahmen gegriffen und von Anfang hart durchgegriffen.17 Personen wurde der Zutritt zu den verschiedenen Stadions verwehrt, um so gewaltsame Auseinandersetzungen zu vermeiden. 195 Diebstähle und 27 Raubüberfalle Im Jahr 2010 wurden außerdem 195 Diebstähle und 27 Raubüberfälle gemeldet. In beiden Fällen sind die Zahlen – im Vergleich zu 2009 – rückläufig. Anders verhält es sich bei Drogendelikten: Während 2009 bei der Staatspolizei noch 45 Fälle zur Anzeige gebracht wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 64. Effizient bei Dienstleistungen Stolz verwies Rotondi auf den funktionierenden Dienstleistungsbetrieb: So wurden im vergangenen Jahr 14.000 Pässe ausgestellt. Jeder Pass sei innerhalb von wenigen Tagen dem Antragsteller überreicht worden. Er machte auch auf die Asyl-Anträge aufmerksam, die über die Quästur abgewickelt werden müssten. So hätten alle Nordafrika-Flüchtlinge, die zuletzt Südtirol erreicht hatten, bereits einen Asyl-Antrag gestellt. stol