Welche Hebel können noch gezogen werden, um junge Pflegekräfte in Südtirol zu halten?<BR /><BR />Die Daten stammen aus einer Antwort von Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner auf eine Anfrage von Dr. Franz Ploner (Team K). Demnach hatten 2019/2020 noch 129 Maturanten den Studiengang Krankenpflege an der Claudiana begonnen, 2020/21 waren es 110, 2021/2022 nur mehr 101. 2022/2023 wurde der Tiefpunkt mit nur noch 89 Studienanfängern erreicht. Seither – und damit seit der Einführung der monatlichen Praktikumsvergütung von 600 Euro – geht es wieder aufwärts: 2023/2024 waren es schon wieder 95, heuer sind es besagte 121 Neuanfänger. <h3> 160 sollten jedes Jahr anfangen</h3>Laut Ausbildungsplan des Landes sollten aber jedes Jahr 160 Studierende in der Krankenpflege anfangen, um den Bedarf decken zu können. „Von diesen Zahlen sind wir weit entfernt – sie zu erreichen, daran muss massiv gearbeitet werden“, fordert daher der Landtagsabgeordnete Dr. Ploner. „Diese Zahlen sind und waren immer schon utopisch“, sagt dazu Prof. Dr. Eisendle, Präsident des universitären Ausbildungszentrums Claudiana. Und unterstreicht die Bedeutung der steigenden Studierendenzahlen an der Claudiana, währenddessen die Zahlen überall sonst im Staatsgebiet weiterhin rückläufig seien. „Dennoch ist auch das immer noch zu wenig“, gibt er zu. Und hofft auf weitere Anreize, die man Studierenden geben könnte. <h3> Nur ein Teil der Absolventen bleibt in Südtirol</h3>Allein mit den Studentenzahlen ist es aber noch nicht getan: Denn nur ein Teil derjenigen, die ein Studium der Krankenpflege an der Claudiana beginnen, landen 3 Jahre später im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Den ersten Verlust gibt es während der Ausbildung bzw. beim Abschluss, aber auch von den Absolventen „verliert“ der Sanitätsbetrieb noch potenzielle Arbeitskräfte. So gab es beispielsweise in den Jahren 2022 und 2023 71 bzw. 78 Absolventen, eingestellt wurden davon 49 bzw. 41. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67056530_quote" /><BR /><BR />„Es muss Ziel sein, jede Krankenpflegekraft nach dem Abschluss an der Claudiana sofort zu übernehmen. Das muss reibungslos und ohne Wartezeiten funktionieren, sonst sind die jungen Leute weg“, mahnt Prof. Dr. Eisendle. Und das könne man sich nicht leisten. „Wir haben einen Pflegenotstand, jetzt schon“, sagt er. „Wenn wir in Krankenhäusern Betten schließen müssen, dann nicht wegen fehlenden Ärzten, sondern wegen fehlenden Pflegekräften.“<BR /><BR /> Hier setzt auch Dr. Ploner mit seiner Kritik an: „Wir müssen in der Krankenpflege die Gehälter aufbessern, sonst verlieren wir die jungen Absolventen ans besser zahlende Ausland.“