<h3> Was bedeutet es überhaupt, wenn ein Produkt mit dem Qualitätszeichen Südtirol gekennzeichnet ist?</h3> <b><BR /></b>Das Qualitätszeichen Südtirol steht für regionale Herkunft und geprüfte Qualität. Verbraucher können davon ausgehen, dass die so gekennzeichneten Lebensmittel unter Einhaltung höchster Tierwohl- und Qualitätsstandards hergestellt werden.<h3> <b>Welche Vorgaben müssen die Produzenten von Geflügelfleisch einhalten, um das Qualitätszeichen zu erhalten?<BR /><BR /></b></h3> Damit Geflügelfleisch das Qualitätszeichen tragen darf, müssen alle Tiere – Masthühner, Puten, Gänse, Enten und Wachteln – in Südtirol gemästet und geschlachtet werden, wie es am Donnerstag bei der Vorstellung der Richtlinien hieß. Vorgeschrieben sind zudem eine artgerechte Stallausstattung, viel natürliches Tageslicht, verpflichtender Auslauf, eine maximale Tierdichte sowie eine Mindestverweildauer im Betrieb. <BR /><BR />Erstmals werden auch Mindestflächen für den Auslauf festgelegt, um dem natürlichen Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden. Die Einstreu muss trocken sein und regelmäßig ausgetauscht werden. Zudem gilt ein ausdrückliches Verbot für die vorbeugende Gabe von Antibiotika sowie für hormonelle Behandlungen oder leistungssteigernde Substanzen. Werden verschiedene Geflügelarten in einem Betrieb gehalten, müssen sie aus Gründen der Tiergesundheit strikt räumlich getrennt werden.<BR /><BR />Außerdem dürfen die Tiere nur gentechnikfreies Futter erhalten, und es wird die freie Körnergabe in der Einstreu vorgeschrieben. Neu ist auch die verpflichtende Bereitstellung von Grit – kleinen Steinchen oder Mineralien, die für Verdauung, Stoffwechsel und Knochenbildung essenziell sind.<h3> <b>Was haben die Bauern davon, wenn sie Produkte unter diesen strengen Bedingungen herstellen?<BR /></b></h3>Josef Kerschbaumer vom Öbersthof in Feldthurns ist einer der wenigen Bauern in Südtirol, die in der Geflügelmast tätig sind und deren Produkte künftig das Qualitätszeichen tragen dürfen. Er sagt: „Für uns ist es wichtig, dass die Konsumentinnen und Konsumenten wissen, dass Geflügel aus Südtirol unter strengsten Tierwohlstandards heranwächst – und dass Qualität bei uns nicht nur ein Versprechen ist, sondern täglich gelebte Praxis.“<BR /><BR />Für Bauernbund-Obmann Daniel Gasser wird damit auch die regionale Landwirtschaft gestärkt – „und wir zeigen, dass Südtirol in der Lage ist, hochwertige Lebensmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu produzieren.“<BR /><BR />Zudem erhofft man sich, die Geflügelmast aus der Nische herauszuholen. Denn anders als im internationalen Trend ist die Geflügelfleischproduktion in Südtirol aktuell noch eine Randerscheinung. „Für uns ist das Qualitätszeichen ein wichtiger Schritt, um Geflügelfleisch aus Südtirol besser zu vermarkten und neue Absatzkanäle zu erschließen“, erklärt David Frank, Koordinator Qualitätszeichen Südtirol bei IDM Südtirol.<BR /><BR />Bereits seit einiger Zeit arbeitet die IDM gemeinsam mit dem Bauernbund, dem Beratungsring für Berglandwirtschaft und der Universität Bozen daran, den Geflügelsektor in Südtirol nachhaltig aufzubauen.<h3> <b>Was können sich die Konsumenten davon erwarten?<BR /></b></h3>„Wir können unseren Kundinnen und Kunden nun Geflügelfleisch anbieten, das nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern auch höchsten Tierwohl- und Herkunftsstandards entspricht“, erklärt Klaus Kofler, Obmann der Südtiroler Metzgerinnung im lvh. Er spricht von einem „enormen Gewinn“.<BR /><BR />Ähnlich sieht man es in der Gastronomie: „Geflügel mit dem Qualitätszeichen Südtirol gibt uns Köchen die Sicherheit, mit einem Produkt zu arbeiten, das nicht nur regional und transparent ist, sondern auch handwerklich und geschmacklich überzeugt“, betont Sternekoch Herbert Hintner. „Es passt perfekt zu einer Küche, die ehrlich, pur und verwurzelt ist – und genau das erwarten unsere Gäste heute.“<BR /><h3> <b>Wo ist Geflügel mit dem Qualitätszeichen erhältlich?<BR /></b></h3>Derzeit in vier Metzgereien: Meatery (Olang), Genuss Gruber (Prad am Stilfser Joch), Metzgerei Zelger (Auer) und Dorfmetzgerei Holzner (Lana). Der Öbersthof in Feldthurns, der Hintersteurerhof in Aicha (Natz-Schabs) und der Noaf Hof in Vöran sind die ersten bäuerlichen Betriebe, die das Gütesiegel führen.