Montag, 30. August 2021

Lage spitzt sich weiter zu: Raketen auf Flughafen in Kabul abgefeuert

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es am Montagmorgen einen Raketenangriff gegeben.

Aus diesem Auto sollen die Raketen abgefeuert worden sein.
Aus diesem Auto sollen die Raketen abgefeuert worden sein. - Foto: © ANSA / STRINGER
Kurz vor dem Ende der Luftbrücke zur Evakuierung Schutzbedürftiger aus Afghanistan ist der Flughafen Kabul nach US-Angaben erneut unter Beschuss geraten. Bis zu 5 Raketen wurden laut US-Regierungsangaben Montagfrüh auf den Flughafen von Kabul abgefeuert.



Sie seien aber von einem Raketenabwehrsystem abgefangen worden. Ersten Berichten zufolge habe es keine Opfer unter den Amerikanern gegeben. Am Montag soll indes eine UN-Sicherheitszone in Kabul besprochen werden.

Afghanischen Medienberichten zufolge wurden die Raketen von einem Fahrzeug aus abgefeuert. In Kabul seien an mehreren Stellen Raketen eingeschlagen, meldete die Agentur Pajhwok. Der Vorfall unterstrich, wie gefährlich der unter Hochdruck laufende Einsatz auch in den letzten Stunden vor Ablauf der mit radikalislamischen Taliban vereinbarten Frist am Dienstag bleibt.



Biden warnt vor weiteren Anschlägen

Erst am Sonntag hatten die Amerikaner nach eigenen Angaben mit einem Drohnen-Angriff einen Selbstmordattentäter in einem Wagen getötet, der im Auftrag des IS-Milizenablegers Isis-K einen Anschlag auf den Flughafen vorbereitet haben soll.

Bei der Zerstörung des Wagens sei es anschließend zu mehreren starken Explosionen gekommen, was darauf hindeute, dass das Fahrzeug wohl mit Sprengstoff beladen gewesen sei, teilte das US-Zentralkommando mit. Die Detonationen könnten weitere Opfer verursacht haben. Berichte über betroffene Zivilisten würden untersucht.

Ein Sprecher der Taliban kritisiert die USA, weil sie die Gruppe nicht im Voraus über den Drohnen-Angriff informiert hätten. Es sei widerrechtlich, dass die USA in anderen Ländern nach Belieben Angriffe ausführten, sagt der Sprecher dem chinesischen Staats-Sender CGTN.


US-Präsident Joe Biden hatte am Sonntag vor möglichen weiteren Anschlagen rund um den Flughafen Kabul gewarnt. Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Flughafen Kabul mindestens 13 US-Soldaten sowie 2 Briten ums Leben gekommen. Die Angaben über die afghanischen Todesopfer schwanken, Sender wie CNN sprachen von bis zu 200 Toten.

Der IS hat bereits in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Ziele in Kabul mit Raketen angegriffen. Die militärische Evakuierungsmission vom Flughafen Kabul geht indes unter extrem gefährlichen Bedingungen in ihre Endphase ( STOL hat berichtet).

Die Hintergründe der dramatischen Krise in Afghanistan hat STOL-Reporter Ivo Zorzi zusammengefasst.

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apa/stol

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