Über 40 Stück Vieh wurden im Juni auf die Plattner Alm gebracht, allesamt junge Tiere, Kälber und Galtvieh. Dass der Wolf in diesem Gebiet unterwegs ist, hatte der Hirte und Senner Paul Hopfgartner geahnt, bemerkt hatte er ihn lange Zeit nicht.<BR /><BR />Doch in der vorigen Woche verschwanden 3 Schafe. „Diese stammten von einer Alm ober Lanebach in der Gemeinde Gais und dürften von Wölfen dort versprengt worden sein“, vermutet Hopfgartner. Jedenfalls habe er mit dem Besitzer Kontakt aufgenommen, nachdem die Schafe plötzlich auf seiner Alm aufgetaucht waren. Dieser habe von 5 fehlenden Schafen berichtet, berichtet der Senner, der dem Bauer versprach, auf die 3 Schafe zu schauen, bis dieser die Tiere zu holen käme.<BR /><BR />„Doch dann waren plötzlich 2 Tiere weg“, erzählt Hopfgartner. „Und wenig später verschwand auch das letzte.“ Als er sich auf die Suche nach den fehlenden Schafen machte, konnte der Hirte und Senner den Kadaver eines Tieres finden; von den anderen beiden Schafen fehlt jede Spur. Es deutet aber alles darauf hin, dass sie den Wölfen zum Opfer gefallen sind.<BR /><BR />Mit Sicherheit ein Wolfsriss war das tote Kalb, das vorgestern auf der Alm gefunden wurde. Es ist eines von 3 Jungtieren des Pfalzners Andreas Auer, Wenger. Wie Hopfgartner erzählte, gehen die Forstbeamten, die eindeutig einen Wolfsriss feststellten, von gleich mehreren Wölfen aus. Am Kalb, so habe ihm der Kiener Stationsleiter Luca Dalla Torre gesagt, konnten Bissspuren von mindestens 3 Wölfen nachgewiesen werden.<BR /><BR />Aufgeschreckt von den Wolfsrissen, wollen mehrere Besitzer nun ihre Tiere von der Alm ins Tal holen. Paul Hopfgartner bedauert das, kann die Bauern aber auch verstehen, die um das Wohl ihrer Tiere fürchten. Das meiste Vieh dürfte in den Stall kommen, weil wegen des nassen Wetters der zweite Grasschnitt meist noch nicht gemacht werden konnte. Und bevor das Grummet nicht eingebracht ist, können die Tiere nicht hinaus auf die Wiesen.<BR /><BR />Wie berichtet, sind auch die Mühlwalder Bauern (und nicht nur sie) sind verzweifelt. Denn der Wolf bringt sie um ihre Existenz. Nun machen sie in einem Video mit teils verstörenden Bildern auf ihre Lage aufmerksam. <BR /><BR /> <video-jw video-id="2W2NjUqw"></video-jw> <BR /><BR />Sollen die Almwirtschaft und die Bauern überleben, müsse sofort etwas passieren, sagt Günther Prenn vom Untergasserhof in Mühlwald. Der Bauernbund-Vizeortsobmann von Mühlwald-Lappach, Siegfried Kröll, pflichtet ihm bei. „Wenn meine Tiere auf der Alm gerissen werden, muss ich aufgeben, so wie viele andere Bauern auch“, sagt er. Deshalb appelliert Bauernbund-Ortsobmann Jakob Unterhofer an die Bevölkerung des Landes, „denn nur wir alle gemeinsam können dem Problem Herr werden.“<Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>