Dienstag, 16. Juni 2020

Meine Matura 2020 (4): „Hab mich nicht nervös machen lassen“

Für Südtirols Maturanten geht es jetzt in die heiße Phase. Es ist der letzte Tag vor dem Start der Matura am 17. Juni. STOL hat bei Maturanten aus verschiedenen Schulen in Südtirol nachgefragt, wie sie ihr letztes Schuljahr im Schatten von Corona erlebt haben und wie sie sich unter ganz speziellen Voraussetzungen auf die Matura vorbereitet haben.

Am morgigen Mittwoch geht es los: Die Matura 2020 startet.
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Am morgigen Mittwoch geht es los: Die Matura 2020 startet. - Foto: © pixaby
Die Matura 2020 wird sehr anders ablaufen als in den Jahren davor. STOL hat berichtet. Im Interview erzählen Schüler von verschiedenen Schulen in Südtirol, wie sie sich im Lockdown auf die Matura vorbereitet haben und mit welchen Gefühlen sie nun zur Prüfung antreten. Hier geht es zu Teil 3.

Benno Rottonara, WFO Tourismus Brixen



STOL: Wie hast du dieses ganz besondere Maturajahr erlebt?

Rottonara: Die 1. Woche nach der Schulschließung war für uns wie eine Woche Ferien. Da waren wir eigentlich alle ganz froh darüber. Als dann klar wurde, dass wir nicht mehr so schnell in die Klasse zurückkehren würden und wir Arbeitsaufträge von den Lehrern nach Hause geschickt bekommen haben, ist diese Freude dann schnell verflogen.

STOL: Wie war die Vorbereitung auf die Matura im Lockdown?

Rottonara: Auch im Lockdown wurde der Stoff nicht weniger als im normalen Unterricht. Wir hatten teilweise ein ziemlich hohes Arbeitspensum, das hat sich dann aber mit der Zeit gut eingependelt. In Zoomkonferenzen haben wir uns regelmäßig mit unseren Lehrern getroffen, um den Stoff zu besprechen, natürlich ist das nicht dasselbe, wie der Unterricht im Klassenzimmer. Man hat aber gemerkt, dass alle Lehrer bemüht waren, uns so gut wie möglich zu unterstützen. So bin ich ganz gut zurecht gekommen.

STOL: Wie war die Kommunikation bezüglich der Maturaprüfung?


Rottonara: Die Lehrer haben immer versucht, uns über den neusten Stand zu informieren. Leider kamen von der Bildungsministerin immer wieder unterschiedliche Informationen, wodurch es lange unklar war, wie die Prüfung ablaufen wird. Davon habe ich mich aber nicht nervös machen lassen: Ich war mir sicher, irgendwann werden sie sich schon festlegen und dann werde ich es bestimmt früh genug erfahren.


STOL: Die Matura steht jetzt kurz bevor und wird ganz anders ablaufen als in anderen Jahren. Schon nervös?

Rottonara: Durch das Wegfallen der schriftlichen Prüfungen bei der Matura sehe ich mich eigentlich im Vorteil. Meine Stärken liegen eher im mündlichen Bereich. Ich werde jetzt die letzten Tage nutzen, um noch mal Gas zu geben und fleißig zu lernen, dann wird schon nichts mehr schief gehen. Ich denke mir: Die Matura haben schon so viele geschafft, dann werden auch wir es in diesem Jahr, wenn auch unter besonderen Voraussetzungen, schaffen.


STOL: Habt ihr alternativ zur Maturareise etwas für den Sommer geplant, um eure „Schulkarriere“ abzuschließen?

Rottonara: Für unsere Maturareise hatten wir Barcelona als Ziel ausgesucht. Weil daraus leider nicht wurde, habe wir uns eine Alternative überlget: Wir werden im Sommer mit der ganzen Klasse eine Villa in der Toskana mieten, um noch einmal gemeinsam Urlaub zu machen und so unsere Schulkarriere ausklingen zu lassen.

Interview: Philipp Trojer

pho

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