„Ich bin es nicht selbst, jemand hat diese Bilder kreiert, um Aufmerksamkeit zu erlangen und Zweifel zu säen, dass ich mich tatsächlich nackt gezeigt haben könnte“, schrieb Barra. <BR /><BR />„Ich habe an die Töchter und Söhne aller gedacht, an die Mädchen, die derselben digitalen Gewalt ausgesetzt sind und die vielleicht nicht über dieselben Mittel verfügen wie ich, sich zu verteidigen, oder nicht die Kraft haben, darauf zu reagieren. Es ist eine Gewalt und ein Missbrauch, der Würde, Reputation und Vertrauen verletzt. Ein Diebstahl des Bildes, des Körpers und der Freiheit, so gesehen zu werden, wie man ist – nicht so, wie ein Algorithmus oder eine böswillige Person entscheidet, uns darzustellen“, schreibt die Journalistin weiter.<h3> KI als Waffe statt Werkzeug</h3>Barra kritisiert, dass Technologien zunehmend als Werkzeuge der Übergriffigkeit eingesetzt werden: „Sie sollten Fortschritt ermöglichen, nicht zur Unterdrückung, Scham oder Zerstörung von Identität dienen.“ Sie kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten und die Plattform nicht namentlich zu nennen, um dieser Gewalt keinen weiteren Raum zu geben. <BR /><BR />„Ich bin froh, dass es ein Mann war, der mir die Fotos gemeldet hat“, betont die Journalistin, „denn das zeigt, dass Männer endlich erkennen, dass es kein Spiel, sondern ein Verbrechen ist.“<BR /><BR /><BR />Die Journalistin sieht in solchen Fällen ein größeres gesellschaftliches Problem: „Cybermobbing ist kein Problem der Jugendlichen allein, sondern ein Spiegel unserer kollektiven Verletzlichkeit.“ Sie appelliert an Politik und Gesellschaft, stärker gegen digitale Gewalt vorzugehen, insbesondere im Hinblick auf die nächste Generation.<h3> Ermittlungen der Polizei</h3>Die Postpolizei hat inzwischen Ermittlungen gegen die Plattform aufgenommen, auf der offenbar mit KI erstellte pornografische Bilder von Frauen veröffentlicht werden. Der Vorfall reiht sich in eine Reihe ähnlicher Fälle ein: Laut Medienberichten sind bereits über 50 bekannte italienische Frauen Opfer solcher manipulierten Darstellungen, darunter Federica Nargi, Maria De Filippi, Chiara Ferragni und Elodie.<BR /><BR />Journalistin Selvaggia Lucarelli weist darauf hin, dass die Veröffentlichung der Website in den Medien die Verbreitung der Inhalte nur verstärke. Sie betont, dass es nicht um die einzelnen Prominenten gehe, sondern um die Analyse und Bekämpfung des systematischen Missbrauchs von KI.<h3> Unterberger: „Gegen Anonymität im Netz vorgehen“</h3>Auch Julia Unterberger, Präsidentin des Autonomie-Gruppens im italienischen Parlament, bezeichnet den Fall als „letzte Front der Gewalt gegen Frauen“ und fordert gesetzliche Maßnahmen: Neben dem bereits diskutierten Deepfake-Delikt müsse eine Gesetzgebung zur digitalen Identität geschaffen werden, um Anonymität im Netz zu beenden und Täter schnell identifizieren und bestrafen zu können.