Donnerstag, 24. September 2015

Mekka: Zahl der Toten nach Massenpanik auf 717 gestiegen

Die Zahl der Toten bei einer Massenpanik nahe Mekka während der islamischen Wallfahrt Hadsch ist auf 717 gestiegen. Das teilte die saudische Zivilverteidigung am Donnerstag über Twitter mit. Zudem seien mehr als 800 weitere Menschen verletzt worden.

Bei einer Massenpanik in Mekka kamen mehr als 717 Menschen ums Leben.
Bei einer Massenpanik in Mekka kamen mehr als 717 Menschen ums Leben. - Foto: © APA/EPA

Mehr als 220 Krankenwagen und 4.000 Rettungskräfte waren demnach im Einsatz. Das Unglück ereignete sich wenige Kilometer vor den Toren der heiligen Stadt Mekka auf einem der Hauptkorridore durch das Pilgerlager in Mina.

Dort drängten sich die Gläubigen, um an einer symbolischen Steinigung des Teufels teilzunehmen. An einer Kreuzung habe es in der Früh plötzlich einen Stau gegeben, erläuterte die Zivilverteidigung. Dann sei eine Massenpanik ausgebrochen.

Der Fernsehsender Al-Arabija zeigte, wie sich Rettungswagen in einem Konvoi den Weg durch das Lager in Mina zur Unglücksstelle bahnten. Zugangsstraßen wurden laut Augenzeugen abgeriegelt. Es werde alles unternommen, um große Menschenansammlungen zu vermeiden und die Pilger auf alternative Strecken umzuleiten, teilte der Zivilschutz mit.

Etwa zwei Millionen Menschen aus aller Welt beteiligen sich dieses Jahr an der Hadsch. Am Donnerstag wird zudem das muslimische Opferfest gefeiert. Der Tag gilt traditionell als der gefährlichste während der traditionellen Pilgerfahrt, da Zehntausende Pilger auf engstem Raum ihre Rituale vollziehen wollen.

 

Das Unglück ist eines der schwersten in der jüngeren Geschichte der alljährlichen Wallfahrt. 2006 starben an gleicher Stelle mindestens 346 Pilger in einem Massengedränge.

Die Hadsch wurde bereits mehrfach von schweren Zwischenfällen überschattet. Vor zwei Wochen wurden 110 Menschen erschlagen, als ein Kran während Erweiterungsarbeiten an der Großen Moschee in Mekka umstürzte. Zu Vorfällen wie am Donnerstag kam es zuletzt aber eher selten. Saudi-Arabien investierte in den vergangenen zwei Jahrzehnten Milliarden, um die Infrastruktur zu verbessern und die Pilgermassen besser lenken zu können.

apa/dpa

stol