Donnerstag, 05. März 2015

Menschen könnten weit älter sein als gedacht

Frühmenschen der Gattung Homo könnten nach einer neuen Analyse schon vor 2,8 Millionen Jahren gelebt haben – und damit 400.000 Jahre früher als bisher angenommen.

Copyright: Kaye Reed
Copyright: Kaye Reed

Das habe die Untersuchung eines 2013 in Äthiopien gefundenen Knochenfragments ergeben, berichtete ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Science“.

Kieferhälfte führt zur Erkenntnis

Bei dem Fundstück handelt es sich um eine linke Unterkieferhälfte mit fünf Zähnen. Die Form des Kiefers und der Zähne lasse darauf schließen, dass es sich bereits um einen Vertreter der Gattung Homo handelt – und nicht um einen der berühmten „Lucy“ nahestehenden Urahn.

Dieses 3,2 Millionen Jahre alte Skelett, das 1974 ebenfalls in Äthiopien gefunden wurde, wird zur – ausgestorbenen – Gattung Australopithecus gezählt. Aus einem Vertreter dieser Gruppe entwickelte sich wahrscheinlich die Gattung Homo, so die derzeit gängige Annahme.

„Der neue Fund ist eine weitere Bestätigung für die Evolution“, erläuterte Faysal Bibi, der für das Berliner Naturkundemuseum an den Auswertungen beteiligt war. Menschliche Merkmale zeigten sich demnach früher als bislang angenommen.

Auch der Frühmensch ging auf zwei Beinen

Noch wissen die Forscher nicht, wie der Frühmensch, dessen Unterkiefer nun entdeckt wurde, aussah. Klar ist aber, dass er – wie auch „Lucy“ schon – auf zwei Beinen ging. Er lebte in einem Grasland mit Büschen und Wäldchen.

Es gab Antilopen, prähistorische Elefanten, eine Nilpferd-Art, Krokodile und Fische, belegen Tier-Fossilien aus dieser Zeit. Ob der Frühmensch ein Jäger war und Fleisch aß? „Vielleicht, wir wissen es aber nicht“, sagte Bibi.

Die frühesten Werkzeuge, die bisher gefunden wurden, seien 2,6 Millionen Jahre alt. Ob der Frühmensch Feuer machen konnte oder sich Behausungen baute, ist auch unbekannt.

dpa

stol