Das Hauptproblem sei dabei laut AEB-Präsidentin Angelika Stampfl zum Teil der fehlende Wohnraum. Zum anderen liege das jedoch auch am Personalmangel. „Hier bräuchte es unbürokratischere Möglichkeiten, Arbeitskräfte einzustellen. Die Ausbildung müsste vereinfacht werden“, so Stampfl. Ihrer Meinung nach müssten die Mitarbeitenden nicht zwingend über eine jahrelange intensive Ausbildung verfügen. „Der menschliche Aspekt ist mindestens genauso wichtig wie der fachliche. So könnte man leicht mehr Personal finden“, meint sie. In Brixen gebe es beispielsweise Wohnungen, die für Menschen mit Behinderung genutzt werden könnten, doch dafür fehle derzeit noch das entsprechende Personal.<BR /><BR />Im Rahmen der Tagung schilderten einige Angehörige von Betroffenen ihre Erfahrungen. So auch Gertrud Kofler, sie ist Mutter von drei Kindern und ihre zweitälteste Tochter hat das Down-Syndrom. Ihre Tochter Katharina ist mittlerweile 25 Jahre alt und sie war mehrere Jahre lang bemüht, einen Platz für ihre Tochter zu finden. „Als sie zehn Jahre alt war, hat meine jüngste Tochter mich gefragt, ob sie sich irgendwann um Katharina kümmern muss, und da wusste ich, dass ich dringend handeln muss“, erzählt sie. Nach langwieriger Suche bekam Katharina im vergangenen Jahr schließlich einen Platz in einer Trainingswohnung. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass sie nicht selbstständig genug war, um alleine zu leben. Alternativen gab es zunächst keine. Katharina ist seit fünf Jahren bei der Kunstwerkstatt Akzent in Bruneck. In der Umgebung sei es besonders schwierig gewesen, Wohnraum zu finden. Mittlerweile lebt Katharina in einer Wohngemeinschaft. <BR /><BR />Kunigunde Weisseneggers Bruder hat Trisomie 21. Die vier Geschwister sind unter einem Dach aufgewachsen. „Unsere Eltern haben uns immer alle gleich behandelt“, erinnert sie sich. Nach der Schulzeit sind die Kinder langsam ausgezogen. Nur ihr Bruder mit Down-Syndrom hatte Schwierigkeiten, seinen Platz zu finden. „In Südtirol eine Wohnung zu finden, ist generell schwierig. Für ihn war es schier unmöglich“, erzählt Weissenegger. Schließlich fand er einen Platz in einer WG, doch dort sei sein Leben weiterhin in gewissen Bereichen eingeschränkt. „Ich kann einfach so in einen anderen Bezirk umziehen, diese Möglichkeit hat er nicht“, berichtet sie. Auf der Klingel stehe nicht sein Nachname, sondern nur ein Hinweis auf die WG. Auch seine Mitbewohner könne er sich nicht selbst aussuchen. „Hier wird wenig Rücksicht auf die einzelnen Personen genommen“, meint sie.