Montag, 07. Dezember 2020

Menschenansammlungen in Riccione – Riesen Polemik um Weihnachtsevent

Dass das Verbot von Menschenansammlung und Veranstaltungen nicht überall in Italien ernst genommen wird, beweisen diese Aufnahmen aus Riccione. Dort erstrahlte nämlich am Wochenende die weihnachtliche Beleuchtung – die 400 Luci – zum 1. Mal in diesem Jahr. Die Stadtverwaltung hatte das Event groß angepriesen. Hunderte Menschen strömten in die Stadt an der Adria und tummelten sich in den Straßen. Kein Wunder, dass der Ärger groß ist bei all jenen, die sich an die harten Corona-Auflagen halten – auch in Südtirol.

Dass das Verbot von Menschenansammlung und Veranstaltungen nicht überall in Italien ernst genommen wird, beweisen diese Aufnahmen aus Riccione. Dort erstrahlte nämlich am Wochenende die weihnachtliche Beleuchtung – die 400 Luci – zum 1. Mal in diesem Jahr. Die Stadtverwaltung hatte das Event groß angepriesen. Hunderte Menschen strömten in die Stadt an der Adria und tummelten sich in den Straßen. Kein Wunder, dass der Ärger groß ist bei all jenen, die sich an die harten Corona-Auflagen halten – auch in Südtirol. - Foto: © stol
Im Video sieht man Hunderte von Menschen, zwar mit Maske, aber zusammengepfercht in der „Via Ceccarini“ im Herzen der Stadt am Meer. Unmöglich also, die Sicherheitsabstände einzuhalten. Die Szenerie gleicht jener aus anderen „normalen“ Jahren – als gäbe es kein Corona, keine Regeln, keine Einschränkungen.

Akt kollektiver Verantwortungslosigkeit

Die unglaublichen Aufnahmen wurden am Sonntag vom italienischen Abgeordneten Marco di Maio auf dessen Facebook-Seite gepostet. Darunter schrieb er: „Die Weihnachtsbeleuchtung ist wirklich wunderschön, aber diese Zeremonie heute in der Viale Ceccarini in Riccione ist einer der größten Akte kollektiver Verantwortungslosigkeit, die man bisher bei dieser Pandemie beobachten konnte, sowie ein beschämendes Verhalten der Stadtverwaltung.“

Und auch die zornigen Kommentare unter dem Post ließen nicht lange auf sich warten:

„Ich frage mich, was sich die Verwaltung dabei gedacht hat“, schreibt ein Mann, „ich, der Besitzer einer Bar, richte gerade Tische und Stühle mit dem Maßband in der Hand, damit für die Wiedereröffnung morgen alles in Ordnung ist...., aber in welcher Stimmung?! Ich empfinde Wut und nur Wut.... Ich fühle mich angesichts solcher Bilder so getäuscht!


Respektlos gegenüber Gesundheitspersonal und Betrieben

Ein anderer schreibt: „Als Einwohner von Riccione schäme ich mich für all das... Ich bin heute aus dem Haus gegangen, überzeugt davon, dass ich einen ruhigen Spaziergang machen kann. Und dann das: Massen von Menschen, alle zusammengedrängt und ohne jegliche Kontrolle... Unglaublich!!! So etwas muss absolut vermieden werden.“


Und auch der der Präsident der Region Emilia-Romagna, Stefano Bonaccini, sagte in Hinblick auf diese Bilder: „Heute gab es an mehreren Orten in meiner Region überfüllte Orte. Menschenansammlungen wie diese riskieren, dass wir in die orangefarbene Zone zurückkehren. Wir müssen große Verantwortung übernehmen, denn eine dritte Welle können wir uns nicht leisten, auch aus Respekt vor den Angehörigen der Gesundheitsberufe, die seit Februar nicht mehr wissen, wie sie Tag und Nacht und Sonntag und Montag unterscheiden können, darf es das nicht geben.“


In diese Kerbe schlagen viele: Es kann nicht sein, tönt es auch aus Südtirol, dass derartige Events stattfinden, beworben von der öffentlichen Verwaltung. Mitten in der Krise, mitten in der Pandemie. Es ist ein Hohn gegenüber jenen, die sich an alle Regeln halten, die sowohl im Privaten, als auch im Geschäftsleben große Opfer bringen, gegenüber jenen, die ihre Betriebe geschlossen halten müssen, die ums Überleben kämpfen – Tag für Tag – wie zum Beispiel auch die Skigebiete, die, wie berichtet, erst im Jänner öffnen dürfen.

vs

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