18 Millionen Euro stellt Bildungsminister Giuseppe Valditara für ein Pilotprojekt zur Verfügung, das es Schülern ermöglichen soll, über eine App psychologische Hilfe zu beantragen. Bereits seit über 20 Jahren wird an allen italienischen Bildungseinrichtungen der Dienst „...Parliamone“ angeboten. „Unsere Gesellschaft wird immer komplexer. Es ist notwendig, dass wir miteinander reden und dass zugehört wird“, erklärte Marco Galateo, Landesrat für italienische Bildung, am Freitag beim Treffen am Sitz der Psychologenkammer Bozen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73496832_quote" /><BR /><BR />3.500 Gespräche führen die Psychologen im Schuljahr – bei über 22.000 Kindern und Jugendlichen, die italienische Bildungseinrichtungen besuchen. „Wenn wir mehr Stunden anbieten könnten, wären wir froh“, so Galateo. Hilfe zu suchen, sei ein Zeichen von Reife. „Der Dienst ‚...Parliamone‘ fördert die Prävention und unterstützt nicht nur Schüler, sondern auch ihre Familien und das Schulpersonal“, ergänzte der Direktor der italienischen Bildungsdirektion, Vincenzo Gullotta. <BR /><BR />Bei den deutschen Schulen sieht es anders aus. Dort gibt es nicht an jeder Schule einen Schulpsychologen. Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner kündigte jedoch vor wenigen Tagen an, dass die Stellen für Schulpsychologen verdoppelt werden. <h3> Einführung von Basispsychologen gefordert</h3>Auch das Thema Basispsychologen wurde angesprochen. Am vergangenen Montag hatten die Grünen einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgestellt (wir haben berichtet), der jedoch im Gesetzgebungsausschuss des Landtags abgelehnt wurde. „Bozen ist eine innovative Provinz. Ich hoffe, dass auch hier bald Basispsychologen eingeführt werden“, sagte die gesamtstaatliche Präsidentin der Psychologenkammer, Maria Antonietta Gulino. <BR /><BR />„Wenn es nicht genügend Fachkräfte im Sanitätsbetrieb gibt, sollte man auch Freiberufler einbinden.“ Denn: Die Wartelisten sind lang. Basispsychologen könnten, wie bereits in anderen Regionen, einen niederschwelligen Zugang zur psychologischen Gesundheitsversorgung bieten und dazu beitragen, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. „Es geht dabei nicht um eine mutige Entscheidung, sondern um einen Akt der Verantwortung“, erklärte Gulino.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1276206_image" /></div> <BR /><BR />Beim Treffen wurde nicht nur eine Brücke nach Rom, sondern auch nach Österreich geschlagen. Südtiroler Psychologie-Studenten haben kritisiert, dass der Weg zur Berufsausübung langwierig sei. Aufgrund eines neuen Gesetzes gibt es Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Praktika zur Erlangung der Berufsbefähigung. „Um junge Kollegen zurückzuholen, wollen wir versuchen, dies zu erleichtern. Wir sind dabei, die Situation zu klären“, kündigte Francesca Schir, Präsidentin der Psychologenkammer Bozen, an.