Donnerstag, 26. Oktober 2017

Meran darf nicht mehr in die Breite wachsen

Es geht darum, die besonders wertvolle Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten und darum, den mehr als 15 Jahre alten Landschaftsplan der Gemeinde Meran zu überarbeiten. Nun wurde ein Entwurf im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt. Vorschläge und Anmerkungen können noch bis 12. November an das Amt für Landschaftsökologie geschickt werden.

Meran
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Meran - Foto: © shutterstock

Aufgabe des Landschaftsplans ist es, Richtlinien für die Entwicklung der Kultur- und Naturlandschaften zu geben, besonders wertvolle Bereiche zu erhalten und die im Masterplan definierten Ziele umzusetzen, wie zum Beispiel Zersiedelung zu unterbinden.

Meran als „Gartenstadt“ erhalten

Der Entwurf des Landschaftsplans macht auch deutlich, wie sich das Stadtbild in den letzten 15 Jahren verändert hat. Das Amt für Landschaftsökologie hat eine Erhebung aller geschützten Grünanlagen durchgeführt. Diese Kategorie gibt es im Unterschied zu anderen Klassifikationen fast nur in der Gartenstadt Meran.

Dabei musste festgestellt werden, dass seit Ende der 1990er Jahre rund ein Drittel der Grünanlagen auf Privatgrund entweder verbaut wurde oder an landschaftlichem Wert verloren haben. Neu aufgenommen hat der Landschaftsplan hingegen einige öffentliche Flächen. „Meran kann als Gartenstadt nicht allein durch die öffentliche Hand bestehen. Es braucht das Engagement der Privaten, die entsprechend unterstützt werden sollen“, sagte Anni Schwarz, Direktorin der Stadtgärtnerei. 

Stopp der Zersiedelung

„Der Entwurf des Landschaftsplans greift schließlich auch den Leitgedanken des Masterplans auf: Meran soll nicht mehr in die Breite wachsen, sich Grenzen setzen und sein wertvolles Landwirtschaftsgebiet erhalten“, sagte Madeleine Rohrer, Stadträtin für Urbanistik. Daher werden die „Bannzonen“, die heute teilweise für den Küchelberg und Gratsch gelten, auch auf die Talsohle ausgedehnt und bilden eine klare Grenze zur bebauten Stadt.
Damit entsteht ein breiter Grüngürtel, der von Labers bis nach Marling reicht. Ziel dieser Klassifizierung - sie gilt auch im Großteil der anderen Gemeinden Südtirols -  ist der Schutz des landwirtschaftlichen Grüns. In diesen Zonen dürfen nur bestehende Gebäude und Hofstellen erweitert werden; Neubauten sind nicht möglich.

Neue Naturdenkmäler und Biotope

Die Überarbeitung des Landschaftsplans sieht auch die Ausweisung von neuen Naturdenkmälern vor. Diese botanischen Denkmäler sind in ihrem Alter, in ihrer Größe, Art und Bedeutung für Landschaftsbild und Ökologie herausragend. Unter den Anwärtern für die Plakette sind unter anderem eine Weißdornhecke in der Karl-Wolf Straße, eine Platane vor dem Krankenhaus, eine Libanonzeder im Borgo Andreina sowie eine Blutbuche in Untermais. 

Besitzer von Naturdenkmälern erhalten bei der Pflege fachliche und finanzielle Unterstützung durch das Amt für Landschaftsökologie. Der Landschaftsplan sieht außerdem vor, den unberührten Teil der Naherholungszone Lazag mit seinen ökologisch interessanten Auwaldresten als Biotop auszuweisen, ebenso wie den Fragsburger Weiher.

Bürgerbeteiligung

„Im Sinne eines möglichst transparenten und offenen Prozesses wollten wir den Entwurf dieses wichtigen Planungsinstruments nun allen interessierten Meranern vorstellen“, erklärte Bürgermeister Paul Rösch. „Anmerkungen, Ergänzungen und Fragen der Bürger nehmen wir bis 12. November gerne entgegen“, so Georg Praxmarer vom Amt für Landschaftsökologie und Verfasser des Plans. 

In den letzten Monaten gab es bereits mehrere Gespräche zwischen der Provinz und der Stadtregierung, mit den für Stadtgärtnerei und Urbanistik zuständigen Mitarbeitenden der Gemeinde Meran sowie mit Vertretern von Bauern- und Umweltverbänden. In den nächsten Wochen wird es noch weitere Lokalaugenscheine und Sitzungen geben, um spezifische Fragen zu klären. „Vor Jahresende möchten wir das offizielle Verfahren einleiten, d.h. die Dokumente veröffentlichen und die notwendigen Gutachten einholen“, so Peter Kasal, Direktor des Amts für Landschaftsökologie.

Der Meraner Gemeinderat wird voraussichtlich 2018 zum Landschaftsplan diskutieren.

stol

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