Donnerstag, 23. März 2017

Meran: Kindergartenkind hat Recht auf vegane Kost

Ein nicht alltägliches Urteil hat das Verwaltungsgericht in Bozen gefällt: Es verurteilte die Gemeinde Meran, die einem Kindergartenkind vegane Ernährung unbegründet vorenthalten habe.

Burger ohne Fleisch: Ein Kind hat das Recht auf vegane Ernährung, meint das Gericht.
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Burger ohne Fleisch: Ein Kind hat das Recht auf vegane Ernährung, meint das Gericht.

Wie die italienische Nachrichtenagentur "Ansa" berichtet, habe das Gericht mit dieser Entscheidung den Rekurs einer Mutter angenommen. Die Frau hatte sich vergangenen September an die Gerichtsbarkeit gewandt.

Denn: Bei der Anmeldung ihres kleinen Sohns in einem Kindergarten in Meran hatte sie angegeben, ihr Kind solle Essen ohne Fleisch und ohne Fisch zu sich nehmen. Um ihr Anliegen zu unterstreichen, legte sie einen Bescheid des Kinderarztes vor: In diesem riet der Doktor, auch Eier und Milch wegzulassen. Der Grund: Das Kind habe sich bisher vegan ernährt, würde dies nun geändert, könnte sich das unvorteilhaft auswirken.

Gemeinde: Vegane Ernährung nicht vorgesehen

Doch von der Gemeinde Meran kam eine Absage: Vegane Ernährung sei nicht vorgesehen, hieß es. Der Mutter reichte das nicht. Sie zog vor Gericht.

Das Verwaltungsgericht in Bozen sah nun die Mutter im Recht. Das Gericht fand, die Entscheidung der Gemeinde sei nicht begründet und erklärte, die Gemeinde könne der Familie nicht die gewünschte Ernährung vorenthalten. Einem Bericht des italienischen Nachrichtenportals „Alto Adige“ zufolge trägt die Gemeinde auch die Kosten des Verfahrens in Höhe von 2500 Euro.

stol

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