Wie es dazu kam und was dann geschah erzählt der 28-Jährige im Interview.<BR /><BR /><b><BR />Herr M., was hat sich am vergangenen Freitagabend zugetragen?</b><BR />P.M.: Ich war gegen 23.15 Uhr nach einem Abend mit Freunden im Stadtzentrum auf der Promenade zwischen evangelischer Pfarrkirche und Petrarcastraße unterwegs nach Hause. Diesen Weg nehme ich öfters, obwohl es dort ziemlich finster ist, aber ich bin kein schreckhafter Mensch – und ich trug meine Kopfhörer. Auf der Promenade stehen alle 20, 30 Meter Parkbänke und bei einer der Bänke nahe der Kreuzung mit der 30. April-Straße sah ich 2 Typen herumlungern. Aber ich habe mir nichts dabei gedacht.<BR /><BR /><b>Was geschah dann?</b><BR />P.M.: Ich wollte normal vorbeigehen, da muss einer der beiden wohl etwas zu mir gesagt haben, was ich aber wegen der Musik in den Kopfhörern nicht gehört habe. Plötzlich, ich war fast auf der Höhe der Bank, macht einer der beiden einen Satz auf mich zu, ich weiche einen ordentlichen Schritt nach links zum Promenadengeländer aus und im selben Moment zieht der Mann seine Hand aus der Jackentasche und streckt mir auf Bauchhöhe ein gezücktes Messer entgegen. Ab da bin ich nur noch gerannt – Richtung Petrarcastraße. Beide rund einen Meter hinter mir her – immer mit gezücktem Messer in der Hand. Wahrscheinlich wollten sie meine Brieftasche.<BR /><BR /><b>War sonst niemand auf der Promenade unterwegs?</b><BR />P.M.: Nein, die letzten Leute, die ich auf dem Nachhauseweg auf der Promenade gesehen hatte, war eine Gruppe Jugendlicher nahe der Evangelischen Kirche. Sonst war auf der Promenade bis hinunter zur Landesberufsschule Savoy leider kein Mensch unterwegs.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="752072_image" /></div> <BR /><b>Sie sind also gute 100 Meter die Promenade hinuntergesprintet bis auf die Straße. Kam Ihnen dort jemand zu Hilfe?</b><BR />P.M.: Ja, zum Glück kam ein Auto vom Mazziniplatz kommend daher. Ich rannte vors Auto, das wohl wegen der blinkenden Ampel vor der Rätia-Brücke relativ langsam fuhr. Ob ich gegen die Fensterscheibe geklopft habe, weiß ich nicht mehr, jedenfalls hab ich auf mich aufmerksam gemacht. Im Auto saßen 2 Soldaten, die sofort anhielten. Sie haben auch beobachtet, dass meine beiden Verfolger sich daraufhin in 2 verschiedene Richtungen davon gemacht haben. Die Soldaten haben dann die Carabinieri verständigt. <BR /><BR /><b>Können Sie die Angreifer beschreiben?</b><BR />P.M.: Ich vermute, dass es sich um Nordafrikaner handelt. Die beiden waren schwarz gekleidet. <BR /><BR /><b>Haben Sie Anzeige erstattet?</b><BR />P.M.: Ja, ich habe am selben Abend das Protokoll ausgefüllt und die Soldaten haben ihre Zeugenaussage gemacht. Laut Carabinieri werde nun geschaut, ob es in der Gegend Videokameras gibt. Ich wurde auch gefragt, ob ich die beiden Angreifer bei einer Gegenüberstellung erkennen würde. Das kann ich leider nicht, denn wenn man das Messer sieht, hat man nur mehr das Flüchten im Kopf. Man erklärte mir auch, dass die Erfolgschancen zum Ergreifen der Täter sehr gering seien.<BR /><BR /><b>Haben Sie den versuchten Überfall schon verdaut?</b><BR />P.M.: Ja, traumatisiert bin ich deswegen nicht, aber ich will diesen versuchten Raub an die Öffentlichkeit bringen, weil ich davon ausgehe, dass dieser Vorfall, der die katastrophale Sicherheitslage in Meran recht gut widerspiegelt, andernfalls niemals bekannt werden würde.<BR />