Letzten Dienstag hat Diego Rossi, Private-Banking-Berater bei der Raiffeisenkasse Meran, über Mittag den Dienst übernommen. „Wir sind rund 35 Angestellte von insgesamt 74, die seit rund zwei Jahren immer dienstags mit anderen Bröseljägern den Dienst übernehmen – meistens mit dem Auto“, sagt Rossi. Mit dem Bröseljägerdienst werde doppelt geholfen. <BR /><BR />„Denn wir haben keine Ahnung, wie viele brauchbare, gute Lebensmittel weggeschmissen werden. Das ist in meinen Augen eine Katastrophe und war für mich die größte Lektion als Bröseljäger“, sagt Rossi. Da werde nachmittags noch Brot gebacken, weil ein volles Regal besser ausschaue als ein halbleeres, und alles, was nicht verkauft werde, lande dann im Müll. „Dank Bröseljäger kehren diese tadellosen Lebensmittel in die Kreislaufwirtschaft zurück und werden wiederverwendet“, sagt Rossi.<BR /><BR />Ihn begleitete Helene Holzknecht, bis zu ihrer Pensionierung als Tierärztin tätig und seit gut acht Jahren im Dienst der Bröseljäger. „Da kriegen wir Karotten oder Wirsing, weil sie zu groß gewachsen sind. Nur um ein kleines Beispiel zu machen“, sagt Holzknecht. <BR /><BR />Gestartet sind die Bröseljäger in Meran 2016 zu dritt mit Gilberto Settimo, Gabriella Mammero und Lucia Bollini. „Wir gehören zum Verein Volontarius“, fügt Leiterin Singer hinzu. Gesammelt wird sechs Tage in der Woche, manchmal auch zweimal am Tag.<BR /><BR />Letzten Dienstag holten Helene Holzknecht und Diego Rossi Obst, Gemüse und viele andere Lebensmittel beim Gemüsehändler Nando Zecchin und bei ALDI ab. „Geschäfte haben den Vorteil, dass sie verschenkte Ware steuerlich abschreiben können“, erklären Holzknecht und Rossi.<BR /><BR />Das Auto ist vollgepackt, als sie es in der Toti-Straße vor dem „Cenacolo“ – einer der drei Ausgabestellen der Bröseljäger – parken. Dort warten bereits acht, zehn Leute – vor allem Frauen, ältere wie jüngere. Bevor sie mit gefüllter Einkaufstasche gehen, reinigen sie noch die Ausgabestelle. „Ein Drittel sind Senioren, aber auch kinderreiche Familien sind sehr dankbar für diese Hilfe“, sagt Singer. Lebensmittel bekommen aber auch Obdachlose, psychisch Kranke, das Frauenhaus und Vereine wie Tilt, so Singer. „Was wir seit unserem Bestehen suchen, ist ein eigener Raum zum Lagern und zur Lebensmittelausgabe“, betonen Holzknecht und Singer. Und stets gesucht sind auch Freiwillige. <BR /><BR />Interessierte können sich unter susanna3966@gmail.com bzw. holzi@live.it melden.