Ekaterina Ivleva ist 1986 im Ural-Gebirge geboren, „damals noch Sowjetunion“, sagt sie. Sie war Eiskunstläuferin und bestritt Paarlauf-Wettbewerbe. <BR /><BR />„Aber wenn man nicht zur Spitze gehörte, wurde man aussortiert“, erzählt sie. So war es ihre Mutter, die ihr als 16-Jährige geraten habe, ins Ausland zu gehen. Über eine Freundin der Familie hörte sie von einer Eisshow in Mexiko. „Ich musste Mexiko im großen Atlas erst suchen, aber so lernte ich Spanisch“, sagt sie und lacht. Dann ging es zehn Jahre mit Eisshows rund um die Erde: Kolumbien, Australien, Neuseeland, Südafrika. Gleichzeitig schloss sie im Fernstudium ihr Sport und Sportmanagement-Studium ab.<BR /><BR />Nach zehn Jahren auf Achse verschlug es sie als Trainerin 2013 nach Meran zum SC Meran. „Ich trainierte die Kleinen von vier bis sechs Jahren. Und ich bin stolz, denn einige von ihnen bestreiten immer noch Wettkämpfe“, sagt sie. Hier fand sie auch ihr privates Glück mit ihrem Meraner Mann Michael Guarise.<BR /><BR />Nach zwei Jahren in Meran wechselte sie für kurze Zeit nach Neumarkt zur „Young Goose Academy“, wo auch Daniel Grassl trainierte. „Ich arbeitete dort mehr in der Organisation von Events, konnte aber Top-Choreografen sehen, die dort mit Daniel arbeiteten“, sagt sie. Dann kam der Ruf zurück nach Meran zum AS Merano, dem italienischen Pendant des SC Meran. Hier war es Milena Panic, eine gebürtige Serbin, die die Choreografin in Ekaterina Ivleva weckte. „Sie hat an mich geglaubt. Dabei waren Musik, Gesang, Tanz, Körperausdruck seit ich Kind bin, in mir drinnen. Auch mein kleiner Sohn ist so“, erzählt sie. Sie habe mit den Meraner Eisprinzessinnen als Selfmade-Woman begonnen und ihr Name machte in der Eislaufwelt die Runde. So begann sie mit dem Finnen Valtter Virtanen, Jari Kessler, einem italienisch-kroatischen Eiskunstläufer, und seit zwei Jahren mit Kyrylo Marsak (21) aus der Ukraine zu arbeiten.<BR /><BR />Und was ist, ganz einfach gesagt, die Aufgabe der Choreografin? „Dass das Programm eines Eistänzers leicht aussieht. Man darf ihm die Mühe nicht ansehen und die technischen Elemente wie Sprünge, Pirouetten usw. müssen so eingebaut sein, dass das Ganze geschmeidig, aus einem Guss ist, und dass man die Emotionen spüren kann“, sagt Ekaterina Ivleva. Dann seien viele Punkte für den künstlerischen Ausdruck zu holen, fügt sie hinzu. Eine Choreografin stehe den ganzen Sommer stundenlang auf dem Eis, um mit dem Schützling das Programm einzulernen. „Nicht die Sprünge, das macht der Trainer, aber den Rest der Bewegungen. Abends hat man dann kaputte Füße.“<BR /><BR />Welches Programm wird ihr ukrainischer Schützling Marsak heute zeigen? „Im Kurzprogramm wird er zum Stück von Andrea und Matteo Bocelli ,Follow Me‘ laufen. Das Programm ist dem Vater von Kyrylo gewidmet, der im Krieg ist“, erzählt sie. Die Kür hingegen mit dem Stück „Hey Lord, You Know I'm Tired“ von Labrinth und Zendaya – sei eine ganz persönliche Nachricht von Kyrylo Marsak an seine kriegsgeplagten Ukrainer.<BR /><BR />Ivleva wird heute nach Mailand fahren. „Ich werde sehr aufgeregt sein. Ich kann auch gar nicht stillsitzen, denn mein Körper bewegt sich immer mit“, sagt sie.