STOL hat über den Fall von Mullah Krekar bereits mehrfach berichtet. Der Mann steht im Verdacht, der Kopf der sogenannten Ratwi Shax-Zelle zu sein. Dieser wiederum gehörten laut Auffassung des Trientner Gerichts ein Großteil jener Männer an, die im November vergangenen Jahres in einer großen Anti-Terror-Aktion in Südtirol verhaftet worden waren. Den Männern wurde vorgeworfen, Attentate in Europa geplant zu haben.Ende Mai dieses Jahres sprach das Trientner Gericht vier Verdächtige schuldig: Abdul Rahman Nauroz (Meran) wurde zu einer Haftstrafe von 6 Jahren verurteilt, je 4 Jahre erhielten Eldin Hodza (Meran), Hasan Saman Jalal (Bozen) und Abdula Ali Sali (Klobenstein). Nauroz soll mit Krekar in Kontakt gestanden haben.Hickhack um AuslieferungMullah Krekar wurde im November 2015 in Norwegen verhaftet. Damals saß Krekar bereits im Gefängnis, weil er eine Haftstrafe abzusitzen hatte. Im Juni beschloss ein norwegisches Gericht, der Mann solle an Italien ausgeliefert werden, Krekar ging allerdings gegen diesen Beschluss vor. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass diesem Antrag auf Aussetzung der Auslieferung nicht stattgegeben wurde. Somit war damit gerechnet worden, dass Krekar in Kürze an Italien ausgeliefert wird.Kein Haftbefehl mehrDazu kam es nicht. Wie das Nachrichtenportal „Repubblica“ am Mittwochnachmittag berichtet, wird Mullah Krekar nicht ausgeliefert, sondern ist ab sofort ein freier Mann. Krekars Anwalt nennt die aktuellen Entwicklungen „einen Sieg des Rechts“.Laut dem "Repubblica"-Bericht verweist das italienische Justizministerium in der Angelegenheit auf Trient: Der Richter dort habe den Haftbefehl gegen Krekar aufgehoben.Norwegens Premier Erna Solberg tat indessen ihre Verwunderung über die überraschende Wende in Italien kund: Sie sprach davon, dass die Entscheidung „etwas sei, das wir akzeptieren müssen“. stol