„Am gestrigen Donnerstag erhielt mein Vater gegen 13.40 Uhr am Festnetz einen Anruf von falschen Carabinieri, die ihm mitteilten, dass Albaner das Kennzeichen seines Autos geklont haben und dass nun eine Reihe von Anzeigen gegen meinen Vater vorliegen“, erzählt Paolo Monticelli, der glücklicherweise bei seinen Eltern in der Wohnung in Obermais war, als das Telefon klingelte. Dabei wurde dem 87-Jährigen eine „Flut an Fragen“ gestellt, darunter auch sehr eigenartige. <BR /><BR />„Beispielsweise wollten die falschen Carabinieri wissen, wie viele Leute sich bei meinem Vater in der Wohnung aufhalten. Und in der Aufregung sagte mein Vater, dass nur ich mit ihm in der Wohnung sei. Dabei waren auch meine betagte Mutter und mein Bruder im Haus“, erzählt Monticelli. <BR /><BR />Dann verlangte der Pseudo-Carabiniere am Telefon nach der Handynummer des Sohnes und machte Druck, dass die beiden sofort in die Carabinieri-Station von Lana kommen sollten. „Daraufhin wurde ich vom ,Carabinieri-Kommandanten‘ angerufen, der mir aufträgt Autobüchlein, Personalausweis und Steuernummer usw. mitzubringen. Damit nicht genug. Nach drei Minuten wurde ich erneut angerufen und gefragt, ob wir schon losgefahren seien. Aufgeregt setzen wir uns ins Auto und fuhren zügig Richtung Lana. Dieses heillose Gehetze hat mich dann aber während der Fahrt misstrauisch gemacht. Diese Sache stinkt, sagte ich mir und ich habe die 113 angerufen, um mir die Nummer der Lananer Carabinieri geben zu lassen“, erzählt der Meraner. Als er dort angerufen habe, sagte ihm eine freundliche Frauenstimme, dass von der dortigen Carabinieri-Station kein Anruf getätigt worden sei.<BR /><BR />„Zu diesem Zeitpunkt waren wir in der Romstraße auf der Höhe des Interspar. Mich packte die Angst, dass diese Leute nun versuchen würden, daheim einzubrechen, im Wissen, dass mein Vater und ich im Auto unterwegs waren. In Panik rief ich schnell meinen Bruder an, der aber nicht antwortete. Also sind wir in aller Eile zurück nach Hause gefahren. Daheim war glücklicherweise soweit alles in Ordnung. Ich sagte meinem Bruder und meiner Mutter, dass wir Opfer eines Betrugsversuchs geworden sind. Aber wir fürchteten immer noch, dass diese Betrüger gleich in die Wohnung eindringen würden“, sagt Paolo Monticelli.<BR /><BR />Dann habe ihm sein Bruder erzählt, dass sich der falsche Carabiniere in der Zwischenzeit nochmals am Festnetz gemeldet habe. „Dabei wollte der Betrüger wissen, ob wir eine Liste der goldenen Schmuckstücken haben, die wir in der Wohnung aufbewahren. Daraufhin hatte mein Bruder sofort aufgelegt“, sagt Paolo Monticelli. Er hat auch die Quästur von diesem Vorfall informiert: „Kommende Woche soll ich in das Meraner Polizeikommissariat kommen.“