Donnerstag, 29. Juni 2017

Meredith-Mord: Kein Schadenersatz für Sollecito

Der Italiener Raffaele Sollecito, der 2015 wie seine Ex-Freundin Amanda Knox endgültig vom Vorwurf des Mordes an der Studentin Meredith Kercher freigesprochen wurde, wird keine Entschädigung für die fast vier Jahre Haft erhalten, die er vor seinem Freispruch in einem toskanischen Gefängnis verbracht hatte. Das hat am Freitagabend das Oberste Gericht in Rom geschlossen.

Knapp 4 Jahre saß Raffaele Sollecito im Gefängnis.
Knapp 4 Jahre saß Raffaele Sollecito im Gefängnis. - Foto: © LaPresse

Sollecitos Forderung war bereits im Februar von einem Berufungsgericht in Florenz zurückgewiesen worden. Auch das Oberste Gericht lehnte Sollecitos Entschädigungsforderung von 516.000 Euro ab, teilte seine Rechtsanwältin Giulia Bongiorno mit.

Sie will jetzt gegen den Gerichtsbeschluss vor der europäischen Justiz Berufung einreichen. Der 32-jährige Sollecito gab sich über das Urteil verbittert. Obwohl er freigesprochen wurde, sei sein Ruf geschädigt, er finde deswegen keine Arbeit.

Knox und Sollecito war vorgeworfen worden, Kercher, deren Leiche Ende 2007 halb nackt in ihrem Schlafzimmer in Perugia entdeckt worden war, getötet zu haben. Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt.

Sollecito und Knox wurden 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt, dann aber 2011 freigesprochen. Knox kehrte in die USA zurück. Der Fall ging durch weitere Instanzen, beide wurden erneut verurteilt, das oberste Gericht Italiens sprach sie aber im März 2015 endgültig frei.

Als einziger Beschuldigter in der Causa ist ein Mann von der Elfenbeinküste in Haft, der in einem separaten Verfahren nach einem Teilgeständnis rechtskräftig verurteilt wurde. Der Drogendealer Rudy Guede, dessen DNA am Tatort gefunden wurde, muss 16 Jahre absitzen. Den Ermittlern zufolge wiesen die Stichverletzungen stark darauf hin, dass es mehr als einen Täter gab.

apa

stol