„In der Fastenzeit sollen auch die Augen fasten“, erklärt Mesner Max, der mit den Mesnern Vigil Raffl und Karl Lahner unter Mithilfe von Stefan Kofler den Mesnerdienst in St. Martin i. P. versieht. „Deshalb wird die Kirche so schlicht wie möglich gehalten. Am Aschermittwoch müssen die Blumen entfernt und die Altäre möglichst freigeräumt werden.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="742163_image" /></div> <BR />Für das Ewige Licht hat der jüngste Mesner Südtirols bereits eine schlichtere Halterung gewählt. Wichtig sei auch, dass in der Kirche keine Kerzen mehr ausgetauscht werden. „Sie werden nur mehr aufgebraucht“, unterstreicht der 13-Jährige, der ab Herbst das Sprachengymnasium in Meran besuchen wird. Nach der Matura will er Theologie und Geschichte studieren.<h3> Eine Ausnahme am Joseftag</h3>Eine kurze Unterbrechung all dieser fastenzeitlichen Schlichtheit bietet der Joseftag am 19. März. In der Pfarrkirche in St. Martin wird der Josef-Altar dafür mit einem Baldachin geschmückt. „Das wird nicht mehr in allen Kirchen gemacht“, weiß der junge Mesner.<BR /><BR />Mit dem Fortschreiten der Fastenzeit wird das Fasten für die Augen in der Kirche weiter verstärkt. In St. Martin werden Hochaltar und Herz-Jesu-Altar mit violetten Tüchern verhüllt. „Die anderen beiden Altäre verhüllen wir nicht, weil sie nicht gut zu sehen sind“, erklärt Max. Ab dem Passionssonntag werden auch alle Altarbilder entfernt. Alle Kreuze in der Kirche werden violett eingehüllt. „Diese Farbe bedeutet Buße, Umkehr, Fasten“, erklärt der 13-Jährige.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="742166_image" /></div> Das Allerheiligste wird am Gründonnerstag nach der Messe in einer kleinen Prozession zum Seitenaltar gebracht. Dort werden Max, Vigil Raffl und eine Helferin auch die Figuren einer Ölbergszene aufstellen, die dann bis zum Karsamstag zu sehen sein wird. <h3> Ratsche statt Glocken</h3>Am Gründonnerstag werden zudem alle Altartücher und alle Kerzenleuchter entfernt. Die Glocken und die Orgel schweigen bis zur Osternachtfeier. Dafür werde am Karfreitag, zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr, am oberen Friedhof 10 Minuten lang mit der großen Ratsche geratscht, erklärt Max. Er und Vigil Raffl teilen sich diese Aufgabe.<BR />„Am Karfreitag wird das große Kreuz aus der Sakristei geholt und mit allen anderen Kreuzen enthüllt“, erzählt der junge Mesner, der bedauert, dass die Karsamstagwache coronabedingt auch heuer entfällt.<h3> Eine moderne Osterkerze</h3>Am Karsamstag wird das Allerheiligste wieder zurück in den Tabernakel am Hochaltar gestellt. Die Altar-Verhüllungen werden entfernt. Auf den Hochaltar wird ein rotes Altartuch gelegt. Darauf wird die Statue des Auferstanden gestellt und mit Blumen geschmückt. „Die Kerzenhalter werden in mehreren Reihen aufgestellt. Wir nehmen nur neue Kerzen“, betont Max. Das große, neue Vortragekreuz wird beim Volksaltar aufgestellt, davor die Osterkerze. Dass es eine moderne Osterkerze ist, dafür habe er sich eingesetzt, ist Max stolz. <BR /><BR />Für die Osternachtfeier entzündet Vigil Raffl vor der Kirche ein Feuer; dort wird die Osterkerze gesegnet und dann in die dunkle Kirche gebracht. Danach ist es die Aufgabe der Mesner alle Kerzen in der Kirche entzünden. „Bis zum Gloria gibt es in der Kirche nur Kerzenlicht“, berichtet Max. „Dann werden die Glocken geläutet, die Orgel erklingt und das Licht wird eingeschaltet.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="742169_image" /></div> <BR />Den Festgottesdienst werden P. Alexander und Diakon Hermann Pirpamer feiern. „Diese liturgische Feier ist die längste im Jahr“, beschreibt der junge Mann. „Vor Corona war die Osternachtfeier sehr gut besucht. Ich hoffe, dass heuer wieder viele Menschen kommen.“<BR /><BR />Auch die Wahl der Messgewänder folgt genauen Regeln: „Bis zum Karfreitag ist ihre Farbe violett, außer am Joseftag und am Gründonnerstag, da ist sie weiß. Am Palmsonntag und am Karfreitag trägt der Priester rot“, weiß Max, der die Messgewänder herrichtet und dem Pfarrer auch beim Ankleiden hilft. „Wir haben ein neues gotisches Messgewand bekommen, alles handgenäht“, schwärmt Max.<BR /><BR />Nach Auferstehungsfeier wird es für die Mesner ruhiger. Erst zu Christi Himmelfahrt muss der Osterschmuck entfernt und die Kirche für Pfingsten vorbereitet werden.