Freitag, 29. April 2016

Messer in Hals gestoßen: Politikerin Reker trifft auf ihren Peiniger

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker trifft an diesem Freitag auf den Mann, der ihr im vergangenen Oktober ein Messer in den Hals gerammt hat. Der 44-Jährige hat den Angriff auf die parteilose Politikerin bereits gestanden.

Bei einem Wahlkampftermin in Köln hatte der Angeklagte Reker dieses Jagdmesser in den Hals gestoßen
Bei einem Wahlkampftermin in Köln hatte der Angeklagte Reker dieses Jagdmesser in den Hals gestoßen - Foto: © APA/EPA

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker muss im Düsseldorfer Oberlandesgericht ihrem Peiniger gegenübertreten. 

Reker soll vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf im Prozess gegen Frank S. als Zeugin aussagen. Der 44-Jährige hat die Messerattacke bereits gestanden. Ihm droht wegen versuchten Mordes lebenslange Haft.

Mit Messeratacke gegen Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen

Bei einem Wahlkampftermin in Köln hatte der Angeklagte Reker nach einer Rose gefragt und ihr dann ein Jagdmesser in den Hals gestoßen (STOL hat berichtet). Reker überlebte das Attentat einen Tag vor der Oberbürgermeisterwahl lebensgefährlich verletzt. Während sie an die Spitze der größten Stadt Nordrhein-Westfalens gewählt wurde, lag sie im künstlichen Koma.
Der arbeitslose Maler und Lackierer war unmittelbar nach dem Angriff auf Reker am Tatort festgenommen worden. Er bestreitet allerdings den Vorwurf des versuchten Mordes: Er habe die heute 59-Jährige nur verletzen wollen.

Die parteilose Oberbürgermeisterin war vor ihrer Wahl als Sozialdezernentin für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig. Mit dieser Arbeit war Frank S., der früher der rechtsextremen Szene angehört hatte, nicht einverstanden: Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt.

dpa

stol