Marco (67) aus Bozen schildert im Interview, wie er die dramatische Situation erlebt hat und was er allen Bürgern rät.<BR /><BR /><?O_Fett><?_O_Fett><b>Wo waren Sie gerade als es zum Angriff kam?</b><BR />Marco: Ich habe vom Angriff selbst nichts gesehen oder mitbekommen. Ich habe nur plötzlich eine Frau schreien gehört, dass jemand, ein Junge, erstochen worden sei. Ich war da gerade zwischen der Bar ‚Pepper‘ und der Tabaktrafik am Dominikanerplatz. <BR /><BR /><b>Was haben Sie dann gemacht, als Sie die Frau hörten?</b><BR />Marco: Ich bin sofort zum Jungen hin, der auf der Bank vor dem INPS-Gebäude saß. Er war sehr blass, total verschwitzt und unter Schock. Ich habe ihn dann langsam auf den Boden gelegt. <BR /><BR /><b>Waren dort auch andere Personen vor Ort?</b><BR />Marco: Ja, aber ich glaube, keiner hat so richtig gewusst, was zu tun ist. Einem Burschen neben mir, ich glaube, es war ein Freund des Opfers, habe ich dann gleich Taschentücher in die Hand gedrückt und ihm gesagt er soll damit auf die Wunde drücken. <BR /><BR /><b>Was haben Sie dann gemacht?</b><BR />Marco: Ich begann mit dem Jungen zu reden. Er ist immer schläfriger geworden, wahrscheinlich wegen des Schocks und dem Blutverlust. Ich habe also versucht, ihn wach zu halten und anzusprechen. Der Junge begann immer wieder zu würgen, also versuchte ich ihn so hinzulegen, dass er sich übergeben konnte. Nach ein paar Minuten musste er Blut spucken. In dem Moment ist auch die Polizei und der Rettungswagen eingetroffen. <BR /><BR /><b>Wie ging es nach dem Eintreffen der Rettungskräfte weiter? </b><BR />Marco: Die Sanitäter und der Notarzt haben den Jungen erstversorgt und dann gleich in den Rettungswagen gebracht. Ich habe dann noch meine Kollegen im Zentrum für Bluttransfusion im Krankenhaus Bozen angerufen und mitgeteilt, dass der Junge vielleicht Blut braucht. Ich habe dort nämlich bis zu meiner Pensionierung gearbeitet. Dass ich dem Jungen geholfen habe, war für mich selbstverständlich und auch normal, ich war immerhin 20 Jahre lang beim Roten Kreuz. <BR /><BR /><b>Für Sie mag es selbstverständlich und normal sein, viele andere aber fürchten sich etwas falsch zu machen. Was würden Sie denen empfehlen? </b><BR />Marco: Ich würde nicht nur diesen Menschen, die vielleicht Angst haben, sondern allen Bürgern raten einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, um dann bei Notfallsituationen nicht überfordert zu sein. Diese Kurse dauern nur ein paar Stunden und sind kostenlos. Man fühlt sich dann sicher mehr vorbereitet. Ich selbst habe erst wieder einen Kurs absolviert und beginne wieder beim Roten Kreuz tätig zu sein. <BR /><BR /><b>Würden Sie wieder so handeln?</b><BR />Marco: Natürlich. So eine Frage stelle ich mir gar nicht. Ich habe das stets gemacht und ich werde das auch weiterhin so tun. <BR /><BR />