Auf den Bildern der Videoüberwachungskameras trug er eine Jacke, schwarze Hosen, einen Rucksack und eine grellgrüne Einkaufstasche. <BR /><BR />Auf Anordnung der Mailänder Staatsanwaltschaft wurden Überwachungsbilder veröffentlicht, die den Täter beim Weggehen vom Tatort zeigen. Die entscheidende Spur kam von der Zwillingsschwester des Verdächtigen, die den Mann als ihren Bruder identifizierte. Lanni, der seit Donnerstag untergetaucht war, wurde in einem Zwei-Sterne-Hotel in der Via Vitruvio, nahe dem Mailänder Hauptbahnhof, von den Carabinieri festgenommen. In seinem Zimmer fanden die Ermittler die Kleidung, die er beim Angriff getragen hatte. Er leistete keinen Widerstand. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen.<BR /><BR />Das 43-jährige Opfer der Messerattacke, eine Mitarbeiterin der öffentlichen Finanzgesellschaft Finlombarda, war am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit. Der Täter griff sie ohne ersichtliches Motiv an und stach mit einem 25 Zentimeter langen Messer in ihren Oberkörper, wodurch Milz und linker Lungenflügel verletzt wurden. Sie wurde im Krankenhaus Niguarda notoperiert und befindet sich weiterhin auf der Intensivstation, jedoch außer Lebensgefahr. <BR /><BR />Die Videoüberwachung zeigte den Täter bereits vor dem Angriff, wie er mehrmals über eine Fußgängerbrücke nahe der Via Melchiorre Gioia lief. Die Polizei suchte daraufhin in Obdachloseneinrichtungen und Notunterkünften, zunächst ohne Erfolg. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1234002_image" /></div> <BR /><BR />Die Ermittler gingen von einem Zufallsangriff eines psychisch instabilen Täters aus. Lanni war bereits 2015 wegen zweier grundloser Messerattacken auf Rentner in der Nähe von Bergamo festgenommen worden. Damals hatte er angegeben, er habe zugestochen, weil er sich als „Versager“ fühlte. Ein Gutachten bescheinigte ihm eine schizoide Persönlichkeitsstörung und eine verminderte Schuldfähigkeit. Er wurde zu acht Jahren Haft und anschließend drei Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung verurteilt. <BR /><BR />Er war zuletzt in einer Rehabilitationsgemeinschaft in der Provinz Varese untergebracht, hatte diese jedoch am Donnerstag verlassen und sich im Hotel in Mailand versteckt. Die Staatsanwaltschaft untersucht nun, warum er aus der Einrichtung entlassen wurde, wie er an das Messer gelangte und ob er in den Tagen davor weitere Übergriffe begangen hat.