Freitag, 08. Mai 2020

Messner: „Südtirol mutig, aber nun Grenzen öffnen“

Bergsteigerlegende Reinhold Messner lobt die Entscheidung Südtirols, die Phase 2 vorwegzunehmen. Er fordert allerdings, dass nun auch die Reisefreiheit im Schengen-Raum sichergestellt wird.

Reinhold Messner ist dafür, die Grenzen im Schengen-Raum wieder zu öffnen.
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Reinhold Messner ist dafür, die Grenzen im Schengen-Raum wieder zu öffnen. - Foto: © APA / EXPA/JOHANN GRODER
„Die mutige Entscheidung Südtirols, die Phase 2 vorwegzunehmen war richtig. Nun sollten aber auch die Grenzen im Schengen-Raum wieder geöffnet werden, sonst wird sich das egoistische Modell des Binnentourismus, 'Ferien im eigenen Land' durchsetzen“, sagt Reinhold Messner und betont, dass er trotz dieser Lockerung seine Bergmuseen vorerst nicht wieder eröffnen wird, da es an Touristen aus dem Inland und aus dem deutschsprachigen Raum mangelt.

„Jetzt brauchen wir ein Signal der Einheit“

„Nur mit lokalen Besuchern sind die Kosten zu hoch“, unterstreicht Messner. „Es ist Zeit die Reisefreiheit im Schengen-Raum wiederherzustellen“, fordert Messner. Die Corona-Pandemie habe die europäischen Staaten voneinander entfernt, so Messner. „Jetzt brauchen wir ein Signal der Einheit, sonst gedeiht ein Binnentourismus, bei dem die Deutschen ihren Urlaub in Deutschland verbringen, die Österreicher in Österreich und die Italiener in Italien.“

Laut Messner wäre der „grenzüberschreitende Tourismus“ innerhalb Europas eine Form der Solidarität, denn Gäste unterstützen den Neustart der Destination Südtirol mit seinen Hotels, Restaurants und Museen. „Allerdings wird der Weg aus dieser Krise noch Jahre dauern. Ich befinde mich immer noch in Deutschland und beobachte, dass die Menschen trotz der Wiedereröffnung der Geschäfte bei ihren Einkäufen vorsichtiger sind, weil die Unsicherheit und die Angst vor der Zukunft noch tief sitzt", sagt Messner.

ansa/stol