Dienstag, 19. November 2019

Meteorologe Peterlin erklärt das Warum der Serie von Tiefs

Warum hat es in den vergangenen Tagen immer wieder heftig geregnet bzw. geschneit? Landesmeteorologe Dieter Peterlin erklärt die derzeitige Serie an Mittelmeertiefs: „Normalerweise bildet sich über dem Mittelmeer ein Tief, wandert nach Norden, bringt uns in Südtirol Niederschläge und das ist wieder ein paar Tage Pause. Seit Anfang November ist die Großwetterlage aber regelrecht festgefahren.“

Tagelang hat sich über Westeuropa ein Tief festgefahren, das unter anderem für Südtirol – zur Orientierung: der rote Pfeil zeigt ziemlich genau dorthin – heftige Niederschläge zur Folge hatte.
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Tagelang hat sich über Westeuropa ein Tief festgefahren, das unter anderem für Südtirol – zur Orientierung: der rote Pfeil zeigt ziemlich genau dorthin – heftige Niederschläge zur Folge hatte.

Ein umfangreiches Tief liegt über Westeuropa (das „T“ im Bild), dadurch schießt kalte Luft über Frankreich nach Süden, trifft auf das noch relativ warme Mittelmeer, über dem sich dann laufend neue Tiefs entwickeln. Die großräumige Strömung bleibt äußert stationär.

Die ersten 3 Tiefs sorgten in Südtirol für die Vorbefeuchtung, die letzten 3 Tiefs verursachten dann die bekannten Schäden. Südtirolweit sind 250 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen, in Ulten Spitzen bis 300 Liter/Quadratmeter. Das ist dreimal so viel wie normalerweise im ganzen Monat. Damit hat es vergleichbar viel geregnet wie bei den Hochwasserereignissen vom November 2000 und 2002.

Problematisch war diesmal der schwere nasse Schnee für Baumstürze und die durchnässten Böden waren es für Murungen bzw. Rutschungen.

Kaum Auswirkungen gibt es aufgrund der tiefen Schneefallgrenze hingegen für die größeren Flüsse Etsch, Eisack und Rienz.

Nun aber ist laut Peterlin nach dem Tief Nr. 7 der vergangenen Nacht mit deutlich geringeren Niederschlagsmengen endlich Besserung in Sicht. Am Mittwoch reißt die Serie von Mittelmeertiefs endgültig ab, ein paar Tage lang sind keine flächendeckende Niederschläge mehr in Sicht, verspricht der Landesmeteorologe.

ds