Die Bruneckerin ließ s+ eine Stellungnahme zukommen, mit der sie und ihre Familie „für Gerechtigkeit eintreten“ wollen. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />„Wir Familienangehörige von Peter und Laura haben bislang kein Protokoll erhalten über die Aussagen von Benno Neumair vom 11. Februar“, stellt Michaela gleich am Anfang ihres Schreibens klar – „obwohl wir ein Recht darauf haben.“ Nun haben die Anwälte der Familie – Carlo Bertacchi und Elena Valenti – beantragt, das entsprechende Protokoll zu erhalten. <BR /><BR />Indes mussten die Angehörigen mit Entrüstung die Rekonstruktion von Bennos Aussagen in seinem am 11. Februar abgegebenen Geständnis in den Medien mitverfolgen – den Geschädigten zufolge enthalten diese „viele Ungereimtheiten.“ <BR /><BR />Das Bild vom „,armen Bua', wie Benno nun in vielen Medien gehandelt wird, muss uns erst glaubhaft gemacht werden“, schreibt Michaela Neumair im Namen der Familie. Dass das Schreiben gerade von ihr kommt, überrascht nicht, zumal sie selbst – 2 Tage nach Bennos Geständnis, aber nichts davon ahnend – ihren Neffen im Gefängnis besucht hatte. <BR /><BR />Sie schildert den Besuch und den Eindruck, den Benno ihr dabei gemacht hat: „Keine Zerknirschung. Keine Verzweiflung. Benno ist höflich, bedankt sich für den Besuch, alles ist fast ,normal'“. <BR /><BR />Die Tante spricht den 30-Jährigen auf die Tat an, seine Antwort macht sie sprachlos: Er könne aufgrund des Ermittlungsgeheimnisses nichts Weiteres sagen. <BR /><BR />Benno belässt es aber nicht dabei, er sagt seiner Tante – der Schwester des pensionierten Lehrers Peter Neumair aus Bozen, den er laut eigener Angabe mit einem Kletterseil stranguliert haben soll – dass es in einigen Wochen mehr dazu geben würde, was den Fall „,in eine ganz andere Richtung' bewegen würde“, zitiert Michaela Neumair ihren Neffen. <BR /><BR />„Welche Richtung?“, hatten sich die Angehörigen von Laura Perselli und Peter Neumair an jenem Februartag schon gefragt. „Dass Benno eh nicht der Täter war? Dass neue Entlastungszeugen auftreten würden? Dass womöglich Peter der Schuldige war, der einen Streit angefangen hat und Benno sich leider verteidigen musste?“. Die Ungewissheit über Bennos mögliche Verteidigungsstrategie plagte die ganze Familie wochenlang. <BR /><BR />Die Familien Perselli und Neumair hörten aber nie auf, für ihre Lieben, die nicht mehr hier sind, zu kämpfen: „Der arme Peter wird sich diesbezüglich nicht mehr selber wehren können. Wir werden aber für Gerechtigkeit eintreten“, beteuert Michaela Neumair. <BR /><BR />Darüber hinaus wehren sie sich heftig dagegen, „dass nun die unbeschreibliche Tat auf psychische Unzurechnungsfähigkeit (am besten gänzliche) zu reduzieren sei, welche Bennos Verteidiger nun einen ganzen Monat Zeit hatten zu konfabulieren.“ <BR /><BR />Sie befürchten nämlich, dass der geständige Täter damit seine Erbberechtigung wiedererlangen könnte – „und dabei gäbe es Geld, um dies und jenes bezahlen zu können, ansonsten wohl eher nicht“.<BR /><BR />Irgendwann würden die Ermittlungsergebnisse „Bennos ideenreiche planerische Tätigkeit vor dem Mord und die Ablenkungsmanöver bzw.Spurenverwischung nach dem Mord einwandfrei belegen“, weiß Neumair. Diese würden dann zum einzigen Schluss führen, zu dem die Angehörigen bereits gekommen sind: „Vorsätzliche Tötung in beiden Fällen.“ Michaela Neumair wäre deutlich erleichtert, wenn sie und ihre Familie sich irren würden, denn „ein Raptus, ein komplettes Aussetzen von Verstand, Wollen und Fühlen wäre verständlicher – so weit man eine solche Tat zu verstehen imstande ist.“<BR /><BR />Nun müsse die Familie aber der „Verpflichtung unseren Lieben gegenüber nachkommen, damit die ganze Wahrheit ans Licht kommt“, heißt es im Schreiben von Michaela Neumair abschließend. <BR />