Die elf Minderheiten in der Slowakei, von denen die ungarische Volksgruppe ungefähr zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, waren – neben der angespannten wirtschaftlichen Lage der Printmedien – Hauptthema der diesjährigen Konferenz. In Zeiten des Sparens müssten auch Minderheitenzeitungen neue Wege einschlagen, um ihr Überleben abzusichern, hieß es. „Fördergelder sind für viele wichtig, ja überlebenswichtig, sie dürfen sich trotzdem nicht darauf verlassen“, mahnte MIDAS-Präsident Toni Ebner seine Kollegen zur Eigeninitiative. Ebner will sich aber auch für eine EU-Richtlinie einsetzen, in der die Förderung von Minderheitenmedien für alle Mitgliedstaaten verbindlich festgeschrieben wird. Höhepunkt der MIDAS-Generalversammlung 2012 war auch dieses Jahr die Vergabe des Otto-von-Habsburg-Journalismus-Preises. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wird alljährlich an einen Vertreter der „Mehrheitspresse“ vergeben, der in besonderem Maße über Minderheitenthemen berichtet und zu einem besseren Verständnis kultureller und ethnischer Unterschiede beigetragen hat. Für Berichterstattung über Kurden in TürkeiDie diesjährige Preisträgerin Constanze Letsch ist die Türkeikorrespondentin der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Den Preis für ihre Berichterstattung über die Kurden in der Türkei übergab Erzherzog Karl von Habsburg, der in seiner Laudatio betonte, dass sein verstorbener Vater Otto diese Wahl sehr begrüßt hätte. Der MIDAS-Journalistenpreis, der Kollegen von Minderheitentageszeitungen vorbehalten ist, ging an Maria Vrabec von „Új Szó“, die das persönliche Schicksal einer jungen Ungarin in der Slowakei verfolgte, die wegen des Gebrauchs ihrer ungarischen Muttersprache brutal zusammengeschlagen wurde.