Dienstag, 24. September 2019

Migrant reinigt „unerlaubt” Straßen in Mestre und wird bestraft

Ein nigerianischer Migrant, der mit Schaufel und Besen Trottoirs reinigte und dabei auf ein Trinkgeld der Anrainer hoffte, ist in Mestre von der Polizei bestraft worden. Der 29-Jährige muss 350 Euro Strafe zahlen, weil er beim „unerlaubten Straßenreinigen” erwischt wurde. In den italienischen Städten ist es üblich, dass Flüchtlinge in Eigenregie die Straßen fegen.

Ein nigerianischer Migrant, der mit Schaufel und Besen Trottoirs reinigte und dabei auf ein Trinkgeld der Anrainer hoffte, ist in Mestre von der Polizei bestraft worden.
Ein nigerianischer Migrant, der mit Schaufel und Besen Trottoirs reinigte und dabei auf ein Trinkgeld der Anrainer hoffte, ist in Mestre von der Polizei bestraft worden. - Foto: © D

Sie wollen sich auf diese Weise in der neuen Umgebung integrieren. In Italien dauert es durchschnittlich 2 Jahre, bis ein Antrag auf Asyl bearbeitet wird.

„Der arme Mann ist verzweifelt. Er bemüht sich, etwas Nützliches für die Stadt zu tun, um sich bei uns zu integrieren, und wird dafür bestraft”, protestierte der Rechtsanwalt Matteo D'Angelo, der über den Fall auf seiner Facebook-Seite berichtete. Er startete eine Geldsammlung, um die Strafe des Migranten zu zahlen, der vor drei Jahren nach Italien gekommen war. Der Anwalt will Einspruch gegen die Strafe einreichen.

apa

stol