Montag, 13. November 2017

Migranten auf Güterzügen: 2 Schlepper festgenommen

Die Polizei hat 2 ausländische Männer wegen Schlepperei festgenommen, teilten die Ermittler im Rahmen der Pressekonferenz am Montag in der Quästur in Bozen mit.

Die Bozner Polizei hat den Ägypter M. A. wegen Begünstigung der illegalen Einwanderung festgenommen. - Foto: Quästur/DLife
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Die Bozner Polizei hat den Ägypter M. A. wegen Begünstigung der illegalen Einwanderung festgenommen. - Foto: Quästur/DLife

Den beiden Männern, der 29-jährige Ägypter M. A. und der 30-jährige Iraker K.H., wird vorgeworfen, illegale Fahrten auf Güterzügen für Flüchtlinge von Como über Südtirol in Richtung Österreich und Deutschland organisiert zu haben.

Beweise für mindestens sieben solcher Fahrten im Zeitraum von wenigen Tagen liegen vor, auch schwangere Frauen, Minderjährige und Kleinkinder waren unter den „Passagieren“. Jeder dieser Menschen musste pro Kopf 150 Euro zahlen, teilten die Beamten der Quästur am Montag mit.

Mehr als 60 Migranten sollen sich in den Güterzügen befunden haben oder sich auf die Fahrten vorbereitet haben. Die Dunkelziffer könnte aber weit höher liegen, erklärte die Polizei im Rahmen der Pressekonferenz am Montag. Die Migranten seien dann in Gossensaß ausgestiegen und zu Fuß über den Brenner geschleust worden.

Ermittlungen laufen seit August

Die Ermittlungen, die von der Polizei in Bozen und am Brenner durchgeführt werden, laufen bereits seit August.

Damals war eine Gruppe von Afrikanern auf dem Radweg zwischen Gossensaß und dem Brenner aufgehalten worden. Begleitet wurde die Gruppe vom Ägypter M. A., der eine verfallene Aufenthaltsgenehmigung bei sich hatte und eigentlich in Como wohnhaft ist. Er konnte keine plausible Erklärung dafür liefern, warum er sich an diesem Ort befand.

Am Sonntag schließlich die Festnahme der beiden Schlepper: Der Zugriff erfolgte zeitgleich in Como, wo der Iraker festgenommen wurde, und am Bahnhof von Bozen, wo der Ägypter gefasst wurde.

Ergebnisse des Haftprüfungstermin am Montag

Beim Haftprüfungstermin vor dem U-Richter von Como hat K.H. am Montag die Aussage verweigert. M.A., der im Bozner Gefängnis von U-Richter Peter Michaeler angehört wurde, soll eingeräumt haben, dass er eine Person bis zum Brenner gebracht hat, der Mann sei dann in einen Güterzug eingestiegen. Dafür habe er 150 Euro kassiert.

Auch zwei weitere Personentransporte soll M.A. zugegeben habe, er betonte aber, dafür kein Geld genommen zu haben. Er wisse von mehreren Leuten, die Flüchtlingen helfen, über die Grenze zu kommen; namentlich kenne er aber niemanden. M.A.s Aufenthaltsgenehmigung ist verfallen, sein offizieller Wohnsitz ist in Mailand, de facto lebt er aber in Como in einer Garage, die von einer Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt wird.  

 stol

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