Mittwoch, 29. Juli 2020

Migranten nach Lampedusa geführt – 23 Schlepper in Haft

Die italienische Küstenwache hat 23 mutmaßliche tunesische Schlepper festgenommen, darunter zwei Minderjährige.

Immer wieder kommen Migranten auf der italienischen Insel Lampedusa an.
Immer wieder kommen Migranten auf der italienischen Insel Lampedusa an. - Foto: © ANSA / Concetta Rizzo
Ihnen wird vorgeworfen, Dutzende Migranten nach Lampedusa geführt zu haben. Im Rahmen der Razzia wurde ein 27 Meter langes Fischerboot beschlagnahmt, mit dem die Migranten von Tunesien nach Lampedusa geschleppt wurden.

Die mutmaßlichen Schlepper wurden unter den Migranten identifiziert, die in den letzten Tagen Lampedusa erreicht hatten. Das Fischerboot war in italienischen Gewässern von der Küstenwache lokalisiert und nach Lampedusa begleitet worden.

Lampedusa überfüllt

Nachdem 200 Migranten am Dienstag Lampedusa erreicht hatten, landeten weitere 314 Tunesier auf der süditalienischen Insel. Der Hotspot Lampedusas ist überfüllt. Über 1100 Migranten befinden sich in der Flüchtlingseinrichtung, in der es jedoch lediglich Platz für 100 Personen gibt. „Ich bin für die öffentliche Sicherheit auf der Insel besorgt. Früher oder später wird etwas passieren. Viele Bürger befürchten, dass viele Migranten Covid-19-Träger sind und haben Angst“, warnte Bürgermeister Salvatore Martello laut Medienangaben. Ein 17-jähriger Migrant, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wurde unter Quarantäne gestellt.

Die italienische Küstenwache hat indes 84 Migranten gerettet, die sich an Bord eine halbgesunkenen Schlauchbootes in libyschen Gewässern befanden. Die libysche Küstenwache, die alarmiert worden war, hatte wegen Mangels an Rettungseinheiten nicht eingreifen können. Das Schiff der italienischen Küstenwache mit den Migranten an Bord ist in Richtung Lampedusa unterwegs.

apa/stol

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