Donnerstag, 25. Juni 2020

Negativpreis „Hölzerner Mistgrottn“ an Milch aus Padua für Südtirols Krankenhäuser

Die Südtiroler Bauernjugend hat im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals den Negativpreis „Hölzerner Mistgrottn“ vergeben. Der Preis soll zukünftig an Institutionen für Vergehen gegen die Südtiroler Landwirtschaft verliehen werden. Heuriger Preisträger ist die Agentur für die Verfahren und die Aufsicht im Bereich öffentliche Bau-, Dienstleistungs-, und Lieferaufträge.

Der Negativpreis „Hölzerner Mistgrottn“ wurde erstmals von der Südtiroler Bauernjugend vergeben.
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Der Negativpreis „Hölzerner Mistgrottn“ wurde erstmals von der Südtiroler Bauernjugend vergeben. - Foto: © Südtiroler Bauernjugend
Die Südtiroler Landwirtschaft ermöglicht es uns, lokale Kreisläufe aufzubauen. Die Bäuerinnen und Bauern produzieren täglich frische Lebensmittel, die mit Qualität und kurzen Transportwegen punkten und von den Geschäften, Märkten und Hofläden direkt in Südtirols Kühlschränken landen. Besonders in Krisenzeiten, in denen wir uns gerade befinden, wird der Wert dieser regionalen Kreisläufe für viele erst begreifbar.

Milchprodukte aus Padua für Südtirols Krankenhäuser

„Die Landwirtschaft in Südtirol hat uns bewiesen, dass die Versorgung mit gesundem Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukten trotz Krise garantiert werden kann“, erklärt Wilhelm Haller, Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend. Südtirols öffentliche Institutionen nutzen diesen Vorzug der regionalen Kreisläufe offenbar nicht zur Gänze aus. Das stellte kürzlich die Vergabe des Auftrages zur Lieferung von Milch und Milchprodukten an Südtirols Krankenhäuser unter Beweis, die an einen Anbieter aus Padua ging.

Eine verpasste Möglichkeit Südtirols regionale Kreisläufe zu stärken und der Marke Südtirol Wertschätzung zu verleihen. „Die verschiedenen Gütesiegel auf den Produkten und die Marke Südtirol geben dem Konsumenten Sicherheit in Bezug auf Qualität und Kontrolle und garantieren faire Entlohnung und Arbeitsbedingungen“, erklärt Jungbauer Raffael Peer, Bezirksobmann der Südtiroler Bauernjugend Unterland.



Ein Schlag für die Südtiroler Landwirtschaft, hinter der nicht nur die bäuerlichen Familienbetriebe selbst, sondern auch Arbeitsstellen in der Produktion und Vermarktung stehen. Als klares Vergehen gegen die Südtiroler Landwirtschaft stuft die Südtiroler Bauernjugend diese Vergabe ein und hat deshalb erstmals den Negativpreis vergeben.

„Südtirol kann und muss die Voraussetzungen schaffen, öffentliche Institutionen mit regionalen Lebensmitteln beliefern zu können. Die aktuelle Gewichtung der Kriterien und die Auswahl des Sortiments in den Ausschreibungen müssen so angepasst werden, dass auch regionale Produkte eine Chance haben und nicht dem Preisdumping verfallen“, fordert Haller.

Die kleinstrukturierte Landwirtschaft, wie wir sie in Südtirol kennen, muss für ihre Produkte einen fairen Preis verlangen können, um das Überleben der Höfe zu garantieren, ergänzt Hannes Aichner, SBJ-Landesführungsmitglied, der selbst Hofbesitzer ist.

Nicht „preiswürdige“ Leistung

Um auf das Versäumnis, regionale Kreisläufe zu stärken, aufmerksam zu machen, hat die Südtiroler Bauernjugend der AOV - Agentur für die Verfahren und die Aufsicht im Bereich öffentliche Bau-, Dienstleistungs-, und Lieferaufträge, die für diese Ausschreibungen zuständig ist, am heutigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Südtiroler Bauernbund in Bozen in Abwesenheit der Preisträger den „Holzernen Mistgrottn“ für die nicht „preiswürdige“ Leistung verliehen.

„Wir heißen es gut, dass in den letzten Wochen bereits Gespräche mit den Interessensvertretern aufgenommen wurden, um diese Vergaben für regionale Anbieter zugänglicher zu machen. Jedoch möchten wir mit dieser ersten Preisübergabe ein Zeichen setzen und erhoffen uns zukünftig mehr Unterstützung und Zusammenhalt zum Wohle der Südtiroler Landwirtschaft und der Bevölkerung“, betont SBJ-Landesobmann Haller.

Produktaktion geplant


Die Südtiroler Bauernjugend macht mit verschiedenen Aktionen immer wieder auf den Wert und die Qualität von heimischen Lebensmitteln aufmerksam. „Auch heuer werden wir die Regionalität wieder in den Vordergrund einer unserer Aktionen stellen.

Mit einer im Herbst geplanten Produktaktion soll die Qualität von „made in Südtirol“ stärker ins Bewusstsein der Konsumenten gerückt werden“, unterstreicht Haller. Alle Südtiroler können im Rahmen der Produktaktion online Fragen beantworten und eine Produkttasche mit heimischen Qualitätsprodukten gewinnen.

stol