Wie aus einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Paul Köllensperger (Team K) an Landeshauptmann Arno Kompatscher hervorgeht, wurden bereits Liegenschaften im Wert von rund 89 Millionen Euro übergeben.<BR /><BR />Im bereits abgeschlossenen Tauschgeschäft enthalten sind Vereinbarungen des ersten Abkommens, bei dem Liegenschaften im Wert von 56,4 Millionen Euro übergeben wurden. Dazu zählen unter anderem die Verdone-Kaserne in Vahrn (15,5 Millionen Euro), die Enrico-Federico-Kaserne in Bruneck (12 Millionen Euro) oder Teile der Schenoni-Kaserne in Brixen (knapp neun Millionen Euro). Im Gegenzug unterstützte das Land das Verteidigungsministerium mit dem Abriss, Neubau und der Sanierung von Gebäuden für Militärangehörige in Bozen, Sterzing, Corvara, Seis und Meran.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1322187_image" /></div> <BR /><BR />Innerhalb des zweiten Abkommens wurde die Reatto-Kaserne in Brixen zu 11,6 Millionen Euro veräußert sowie Teile der Rossi-Kaserne in Meran (21 Millionen Euro). Weitere Teile beider Militärkasernen sind aktuell noch in Bearbeitung. Auch die Sanierungsarbeiten an Wohnhäusern, der Neubau von Wohnblöcken in Bozen, Corvara, Meran, Brixen und Bruneck, die das Land im Gegenzug leistet, sind nicht vollständig abgeschlossen.<h3> Endgültige Summe nicht vorhersehbar</h3>Wie Marion Markart von der Abteilung Örtliche Körperschaften erklärt, ist der Übernahmeprozess dreistufig. Nach einer Festlegung der zu übergebenden Liegenschaften und der zu leistenden Arbeiten folgt die Schätzung der Immobilien und Baukosten im Programmabkommen. <BR /><BR />„Zuletzt folgt der Abschluss des Tauschvertrages und damit die Eigentumsübertragung an das Land nach Kollaudierung der abgeschlossenen Arbeiten“, so Markart. Aus diesen Gründen sei es nicht möglich, anzugeben, wann die Liegenschaften übergeben werden. „Die endgültige Geldsumme der ausstehenden Tauschverträge ist ebenfalls nicht vorhersehbar“, so Markart. <BR /><BR />Erfolgen die Bauarbeiten, die das Land für den Staat leistet, weiter wie geplant, dürften noch innerhalb 2026 einige Liegenschaften des dritten, vierten und fünften Rahmenabkommens übertragen werden. Dazu zählt das ehemalige Munitionsdepot Pillhof (1,6 Millionen Euro), Restflächen des Kasernenareals in Pfitsch, der Battisti-Kaserne in Meran (55 Millionen Euro), des Schießstandes in Moritzing in Bozen (rund sieben Millionen Euro) sowie des Kasernenareals Piave in Toblach. <BR /><BR />Wie vereinbart, unterstützt das Land das Militär im Gegenzug beim Abriss und Wiederaufbau von Gebäuden in Innichen und Bruneck sowie mit Arbeiten an Strukturen in Sterzing und Meran. Auch verpflichtet sich das Land zu Fertigstellungsarbeiten, einer neuen Mensa und Arbeiten in der Außengestaltung in Corvara sowie außerordentlichen Anpassungs- arbeiten der bestehenden Bausubstanz des Luftwaffenstützpunktes in Toblach. Weitere Sanierungs- und Bauarbeiten sind in Bozen, Meran, Toblach und Bruneck geplant.<h3> Nicht alles läuft nach Plan</h3>Doch offenbar läuft nicht alles nach Plan. Von einer ursprünglich für 2026/27 erwarteten Räumung der Huber-Kaserne und einer Übergabe im Zuge der Fertigstellung neuer Militärunterkünfte in der Vittorio-Veneto-Kaserne ist derzeit keine Rede mehr. Nach einem Lokalaugenschein gestern in Bozen steht nun eine Fertigstellung für Mitte 2028 im Raum. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/arbeiten-in-der-vittorio-veneto-kaserne-laufen-wohnungen-in-aussicht" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Wir haben berichtet)</a><BR /><BR />Landeshauptmann Arno Kompatscher stellt klar, dass die Abtretung erst in der letzten Umsetzungsphase erfolge. Das Areal sei derzeit noch nicht in eine Durchführungsvereinbarung eingebunden, die jedoch Voraussetzung für eine spätere Tauschregelung sei. Diese könne zudem nur gegen gleichwertige Bauleistungen des Landes für das Militär erfolgen. Aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen beim Bau von Steinschlagschutzanlagen in der Vittorio-Veneto-Kaserne, in die die Dienste verlegt werden sollen, hätten sich die Bauabläufe verzögert. <BR /><BR />„Wer auf die Huber-Kaserne gehofft hat, um Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen, wird sich gedulden müssen“, sagt Köllensperger und stellt die Prioritäten der Landesregierung in Frage. „Bozen blutet aus und wenn wir noch länger warten, löst sich das Wohnproblem von allein, weil keine jungen Einheimischen mehr da sind.“