Und das ist kein Einzelfall. Nun wird auch die Privatwirtschaft auf den Plan gerufen. <BR /><BR />In der mittleren Führungsebene fehlen Techniker, IT-Spezialisten, Amts- und Schuldirektoren. Weil Aufrufe ans eigene Personal leer ausgingen, will das Land bis Sommer sein Führungskräfteregister öffnen. <BR /><BR />Und zwar mit einem großen Wettbewerb, an dem auch Bewerber aus der Privatwirtschaft teilnehmen können. <h3> Ausschreibung auf römischen Druck vorverlegt </h3>„Als ich das erste Mal davon gehört habe, musste ich erst einmal schlucken“, gibt Energielandesrat Peter Brunner offen zu. <BR /><BR />Auf römischen Druck musste das Land im Haushaltsgesetz den Termin für die Ausschreibung der E-Werke Barbian, Naturns, Bruneck, Graun, Lappach, Marling, Pfitsch und Prembach auf 31. Dezember 2024 vorverlegen. <BR /><BR />Vergeben werden sie auf 30 Jahre und erwirtschaften in dieser Zeit einen Umsatz von 4,5 Mrd. Euro. 45 Prozent gehen Insidern zufolge vorab ans Land. Es geht also um viel Geld für alle.<h3> „Werden das Personal verdoppeln“ </h3>Derzeit hofft man auf einen Aufschub, doch auch Brunner weiß: Mit 3 Beamten ist das Land für die Herausforderung derzeit nicht gerüstet. „Wir ziehen Experten von außen hinzu und werden das Personal verdoppeln“, so Brunner. <BR /><BR />Die Frage ist nur, woher nehmen? „In der mittleren Führungsebene fehlt uns überall Personal. Man wirft mir vor, zu viel Geld für Beamte auszugeben, doch sie werden oft auch abgeworben“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher.<h3> Problem zum Teil hausgemacht</h3>Zum Teil ist das Problem aber auch hausgemacht. Seit 2022 hat das Land ein neues Führungskräftegesetz. „Seither haben wir versucht, Führungspositionen nachzubesetzen, die oft seit Jahren nur geschäftsführend besetzt waren“, so Generaldirektor Alexander Steiner. <BR /><BR />Aber: Das neue Gesetz sieht auch vor, dass bei Nachbesetzungen zuerst ein interner Aufruf durchzuführen ist, auf den sich nur Mitarbeiter des Landes, seiner Hilfskörperschaften und der Sanität melden können. „Und etliche Aufrufe gingen leer aus“, bestätigt Personallandesrätin Magdalena Amhof. <BR /><BR />Von einem Notstand will Amhof nicht reden. Teilnehmen konnte nur, wer bereits ins Führungskräfteregister des Landes eingetragen ist. „Die Aufrufe ergingen also an Mitarbeiter, die schon eine Stelle mit Führungsauftrag haben.“ <h3> Unbesetzte Positionen: Andere müssen Job übernehmen </h3>Auch Steiner bestätigt jedoch, dass es an ganz bestimmten Stellen hakt. „Leer gingen die Aufrufe vor allem bei Technikern wie Ingenieuren, IT-Spezialisten und im Bildungsbereich aus“, so der oberste Personalchef der Landesverwaltung. <BR /><BR />Die Folge davon ist, dass Positionen in der Verwaltung unbesetzt bleiben, andere den Job mit übernehmen müssen. Im pädagogischen Bereich ist das Land direkt für das Personal an Kindergärten, Berufs- und Musikschulen zuständig. <BR /><BR />Bleiben Direktionen verwaist, müssen Schulführungskräfte anderer Einrichtungen diese Schulen mitverwalten. Vize-Direktoren oder Vize-Amtsdirektoren, die bisher den „Laden“ schmissen, wenn der Direktor ausfiel, wurden mit dem Führungskräftegesetz nämlich abgeschafft.<h3> „Werden Führungskräfteverzeichnis nach 2 Jahren erstmals öffnen“</h3>Wie aber will das Land die Personalnot beheben? Derzeit läuft eine Bestanderhebung aller Führungspositionen samt Pensionierungen. „Schon jetzt ist aber klar, dass wir das Führungskräfteverzeichnis nach 2 Jahren erstmals öffnen werden“, so Steiner. <BR /><BR />Und zwar mit einem Wettbewerb, an dem neben internen auch externe Interessenten aus der Privatwirtschaft teilnehmen können. Voraussetzung ist neben Studientitel und Zweisprachigkeit auch eine 5-jährige Berufserfahrung mit einem dem Studium entsprechenden Profil.<BR /><BR />Es wird ein einziger großer Wettbewerb sein. „Möglicherweise unterteilt in 3 große Bereiche: Techniker, Bildung und Verwaltung generell“, verrät Steiner. <BR /><BR />Dabei könnte es keine Unterteilung mehr in Sieger, die den Job erhalten, und Geeignete, auf welche die Verwaltung in einem zweiten Moment zurückkommen kann, geben. „Die Alternative ist, öfters Wettbewerbe zu machen“, so Steiner. Und die scheint zu gefallen.<BR /><BR /><BR />