Freitag, 14. Juni 2019

Millionenbetrug mit Bier: 7 Festnahmen

In einer länderübergreifenden Aktion ist vor wenigen Tagen ein internationaler Umsatzsteuerbetrug mit einem Schaden von über drei Millionen Euro aufgedeckt worden. Die Staatspolizei in Bozen hat in diesem Zusammenhang 7 Personen festgenommen.

Den festgenommenen Personen wird Steuerbetrug in Zusammenhang mit Bierhandel vorgeworfen.
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Den festgenommenen Personen wird Steuerbetrug in Zusammenhang mit Bierhandel vorgeworfen. - Foto: © shutterstock

Festgenommen wurden neben 3 Italienern aus Neapel und Rom und 3 Rumänen auch ein 50-jähriger Osttiroler. Ermittlungen laufen gegen weitere 8 Personen. Die Bande wird beschuldigt, ein System fiktiver Gesellschaften aufgebaut zu haben, dank der sie in Italien keine Mehrwert- und Alkoholsteuer zahlte. Damit konnte das Bier in Italien zu wesentlich günstigeren Preisen als die Konkurrenz verkauft werden. Mit diesem System soll die italienische Organisation sich mindestens zwei Millionen Euro Steuer erspart haben. 

Getränkehändler als Scheinexporteur 

Der festgenommene Osttiroler soll sich seit April 2015 als Scheinexporteur betätigt und große Mengen an Bier und anderen Alkoholika im Gesamtwert von 3,6 Millionen Euro an italienische Firmen geliefert haben, die als steuerbefreit ausgewiesen waren. Die Empfänger – es handelte sich um rumänische Staatsbürger – verkauften die Getränke weiter und kassierten dafür Umsatzsteuer, ohne in weiterer Folge die an sich fälligen Abgaben an die italienischen Behörden abzuführen. Dem italienischen Staat entstand dadurch ein beträchtlicher Schaden, in Österreich ist dagegen zum aktuellen Ermittlungsstand kein Schaden nachweisbar.

25 Unternehmen beteiligt

Ab Juni 2018 machte auch ein deutscher Geschäftsmann federführend bei den Malversationen mit. Insgesamt waren 25 Unternehmen an den Machenschaften beteiligt. Ausgehend von Bozen waren die Finanzbehörden seit Oktober 2016 den Steuerbetrügern auf der Spur, nach umfangreichen Observationen und Telefonüberwachungen wurden am Mittwoch in Italien, Rumänien, Deutschland und Österreich zeitgleich Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei insgesamt sieben Personen – neben dem Osttiroler drei Italiener und drei Rumänen – verhaftet.

In Bezug auf den tatverdächtigen Osttiroler wickelte die österreichische Steuerfahndung gemeinsam mit der Finanzpolizei und der Polizei sechs Hausdurchsuchungen ab. Die Drahtzieher der groß angelegten Steuertricksereien werden in Neapel bzw. Sizilien vermutet. 

stol/apa

stol