Die fünfte Hitzewelle ist im Anrollen, doch fragt man die Südtiroler, so sollte man mittlerweile eigentlich eher die – wenigen – kühleren Abschnitte messen. Vor allem in den Städten, aber nicht nur dort, ist die Hitze oft unerträglich. Beton und Asphalt speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts langsamer wieder ab. Plätze werden zu Hitzeinseln.<BR />Jetzt legt das Land ein Programm auf, um Plätze in kühle Oasen zu verwandeln. „Landesrat Brunner und ich werden der Landesregierung einen Beschluss mit großzügigen Förderungen für Gemeinden vorlegen, die ihre Plätze rücksanieren und für grüne Lungen sorgen“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Konkret will das Land 50 Prozent der Planungskosten und 75 Prozent der Umsetzungskosten übernehmen. „Diese Maßnahme ist Teil unseres Vorhabens, Südtirol resilienter gegen den Klimawandel zu machen“, so Kompatscher. Bäume und grüne Oasen können die Temperaturen im Umfeld deutlich senken.<h3> Einige Gemeinden bereits beispielhaft unterwegs</h3>Landesrat Peter Brunner verweist darauf, dass das Land schon jetzt höhere Beiträge an Gemeinden auszahlt, die im Rahmen von Durchführungsplänen auch Begrünungskonzepte vorlegen. „Diesen Weg wollen wir nun fortsetzen“, so Brunner. Das Land wolle gegen die Versiegelung von Böden ansteuern. Einige Gemeinden hätten sich bereits beispielhaft auf den Weg gemacht. „Die große Nachfrage nach Förderungen in Wärmepumpen und Fotovoltaik aber zeigt, dass man die Menschen mitnehmen muss. Ohne Förderungen gibt es keine großen Schübe nach vorne. Das gilt auch für Gemeinden und Begrünung von Plätzen“, so Brunner.<BR /> Das Land selbst besitzt in Südtirol nur zwei große Plätze und will dort selbst seinen grünen Daumen beweisen. Der Platz vor der Bozner Messe soll laut Landeshauptmann Kompatscher mit Bäumen und Grünflächen begrünt werden. Träger des Vorhabens soll die Messekörperschaft sein. Das Land finanziert.<BR />Auch am Bozner Magnago-Platz will man Hand anlegen. Derzeit ist der Platz vor dem Landtag und dem Palais Widmann eine Hitzeinsel, die jeder meidet. Zumal der Platz weiter für offizielle Veranstaltungen genutzt wird und sich darunter eine Tiefgarage befindet, dürfte es kaum möglich sein, Bäume zu pflanzen. „Zwischen Decke und Isolierung sind nur 28 Zentimeter Erdreich vorhanden“, sagt Daniel Bedin, Leiter der Abteilung Vermögen. Andere Städte zeigen aber, dass es Möglichkeiten gibt, mit großen Töpfen zu arbeiten oder Bürgersteige um 50 Zentimeter zu erhöhen.<h3> Mehr Grün gegen Effekt von Wärmeinseln</h3>Mehr Grün, wo heute Beton und Asphalt regieren, bringt vielfache Vorteile. Begrünungen helfen, die Folgen des Klimawandels und des Wärmeinseleffekts in Städten abzumildern. Durch Verdunstungskälte und Schattenwurf kühlen sie überhitzte Bereiche ab und mildern Hitzeextreme. Begrünungen verbessern die Wasser-, Boden- und Luftqualität in städtischen Gebieten. Sie speichern Wasser, reduzieren das Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen oder Trockenheit und filtern Schadstoffe aus der Luft. Begrünungen tragen zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität bei und schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere.<BR />„Und es geht auch um das Wohlbefinden der Menschen“, meint Brunner. Grünflächen verschönern das Stadtbild und schaffen attraktive Aufenthaltsorte. Sie fördern das gemeinsame Beisammensein und bieten einen kühlen, lärm- und feinstaubreduzierten Raum für Erholung und Freizeitaktivitäten.