Denn noch, sagt Stauder, sei man weit weg von Minderheitenschutz als Selbstverständlichkeit. Am „Minority Safe Pack“ will auch er festhalten: „Seine Zeit wird kommen.“<BR /><BR /><BR /><b> Ihr Vorgänger Daniel Alfreider sagte jüngst im Interview, er habe die FUEN nicht gut gekannt, bevor er das Amt übernommen hatte. Wie gut sind Sie mit ihr vertraut?</b><?O_Fett><?_O_Fett><BR />Harald Stauder: Ich konnte im vergangenen Jahr an einem FUEN-Kongress in Husum teilnehmen und dank der massiven Unterstützung von meinem „Tutor“ Daniel Alfreider einen guten Einblick bekommen. Ich bin sozusagen langsam eingeführt worden. <BR /><BR /><b>Was bedeutet es für Südtirol, dass die Vizepräsidentschaft erneut an einen Südtiroler geht?</b><BR />Stauder: Es ist ein wichtiges Zeichen, dass – bei 100 vertretenen Minderheiten aus 38 Ländern – immer wieder die Vize- und auch die Präsidentschaft nach Südtirol geht. Es zeigt die Wertschätzung für Südtirol.<BR /><BR /><b>Wie wichtig ist es für Europas Minderheiten, mit der FUEN eine Lobby zu haben?</b><BR />Stauder: Das ist enorm wichtig. Wenn man bedenkt, dass alle Minderheiten Europas zusammen auf rund 60 Millionen Menschen kommen, sieht man die Größenordnung. International sind aber immer nur die Nationalstaaten aktiv. Die FUEN gibt uns Sichtbarkeit, Präsenz und Schlagkraft. Zusammen können wir erreichen, was eine Minderheit alleine nie schaffen würde. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist hier von enormer Wichtigkeit. <BR /><BR /><b>Minderheitenschutz in Europa ist also noch keine Selbstverständlichkeit?</b><BR />Stauder: Nein, davon sind wir weit entfernt. Nicht jedes Land ist dabei gleich aufgestellt. Ohne jetzt Beispiele geben zu wollen, so gibt es in Europa Länder, die schon gut unterwegs sind, und andere Länder, die davon noch weiter weg sind. Als FUEN wollen wir auch als Vermittler fungieren und wahrgenommen werden. Und Europas Nationalstaaten zurufen: Eure Minderheiten sind eine Chance, keine Belastung.<BR /><BR /><b>In diesem Zusammenhang ist der sog. „Minority Safe Pack“ zu nennen, der 2021 von der EU versenkt wurde. Der Auftrag als solcher bleibt für die Minderheitenvertreter also weiter bestehen?</b><BR />Stauder: Die Inhalte des „Minority Safe Packs“ sind wichtig und gut. Und für diese Inhalte müssen und werden wir weiter kämpfen. Ich bin überzeugt, eine gute Sache wird sich zum richtigen Zeitpunkt auch durchsetzen. Und für den Minority Safe Pack wird die Zeit kommen.<BR /><BR /><b>Schaut die FUEN auch über den Tellerrand – zu Minderheiten außerhalb Europas?</b><BR />Stauder: Eine unserer Mitgliedsorganisationen stammt aus Tadschikistan, und das liegt bereits in Zentralasien. Zudem schauen wir von Minderheit zu Minderheit, was wir bilateral tun können und sind als Ansprechpartner da – mit Rat und Tat. Unsere Hauptaufgabe und unser Augenmerk liegen aber natürlich auf den Minderheiten in Europa.