200 Familien fehlen damit rund 400 Euro monatlich: Geld für Therapien und das es Mamis ermöglichte, zu Hause bei ihren behinderten Kindern zu bleiben. 200 Familien teilinvalider Kinder – in der Mehrzahl Down-Sydrom – flatterte in den vergangenen Tagen ein unerfreulicher Brief vom Land in Haus. Unter dem Titel „Widerruf der Rente“ teilt das Referat Sozialwesen mit, dass der Zuschuss ab März nicht mehr ausbezahlt wird. „All diese Familien stehen jetzt mit 400 Euro monatlich weniger da“, klagt Daniela Tschimben von der Lebenshilfe.Beim Land begründet man dies mit einem Ungleichgewicht, das mit der Pflegesicherung 2008 entstanden sei. Davor bekamen minderjährige Vollinvaliden ein Begleitgeld und minderjährige Teilinvaliden einen Zuschuss für Therapien und Kurse, landläufig Rente genannt. Diese 294 Euro wurden vor der Landtagswahl sogar auf 400 Euro aufgestockt.Mit der Pflegesicherung wurde das Begleitgeld der Vollinvaliden in die Pflegestufen integriert. Für Teilinvaliden blieb zusätzlich zum Pflegebeitrag aber auch noch die Rente aufrecht. Indem das Land jetzt Teilinvaliden die Rente streiche, nehme sie ihnen nur etwas, das ihnen „eigentlich nie zugestanden“ sei, sagt Amtsdirektorin Luciana Fiocca. Es sei ein „Fehler“ gewesen, die Rente nicht beim Start der Pflegesicherung in die Pflegebeiträge einfließen zu lassen. „Damals wäre es für alle logisch gewesen“. Jetzt sei der Unmut verständlicherweise groß, weil sich die Eltern an 400 Euro mehr in der Kasse gewöhnt hätten. 400 Euro freilich, die oft eine bessere Familienplanung ermöglichten. Die meisten Kinder mit Teilinvalidität sind in der ersten Pflegestufe, wofür das Land 510 Euro zahlt. „Mit der Rente kam man auf 900 Euro. Die Mamis konnten daheim bei den Kindern bleiben oder private Therapien zahlen, weil die Wartezeiten im öffentlichen Dienst lang sind “, so Tschimben. Sie kritisiert auch die mangelnde Kommunikation: „Viele Eltern fielen aus allen Wolken, als heute der Brief kam.“ Ex-Parlamentarier Hans Widmann sitzt ebenfalls im Vorstand der Lebenshilfe und geht noch härter mit dem Land ins Gericht. „Vor der Landtagswahl war die Erhöhung der Rente ein passendes Wahlgeschenk. Jetzt nimmt man es zurück, weil Teilinvaliden streckenweise mehr bekommen als Vollinvaliden.“ Dieses Ungleichgewicht hätte man aber auch durch eine Anhebung bei den Vollinvaliden beheben können. „Stattdessen kürzt man bei den Armen, und viele Familien müssen wegen der Knausrigkeit des Landes ihr Leben total umkrempeln“, sagt Widmann.bv