Dienstag, 16. April 2019

Mindestens 12 Obdachlose im Winter in Deutschland erfroren

Seit Winterbeginn sind nach einer Zählung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe mindestens 12 obdachlose Menschen an den Folgen von Unterkühlung in Deutschland gestorben.

Der Winter ist speziell für Obdachlose eine sehr harte Zeit.
Der Winter ist speziell für Obdachlose eine sehr harte Zeit. - Foto: © shutterstock

Auch ein erneuter Kälteeinbruch im April sei nicht ohne Folgen geblieben, teilte die Arbeitsgemeinschaft am Dienstag in Berlin mit. Am 9. April wurde demnach ein 55-jähriger Wohnungsloser tot auf einem Parkplatz in Rostock gefunden. Bei Temperaturen von knapp über Null Grad Celsius werde Kälteeinwirkung als Todesursache vermutet.

Die Arbeitsgemeinschaft zählt seit 1991 Kältetote in Deutschland. 315 Fälle hat sie seither nach eigenen Angaben dokumentiert. Da von Bund, Ländern und Kommunen keine offiziellen Statistiken über durch Kälte verursachte Todesfälle geführt würden, stützt sich die Arbeitsgemeinschaft auf Medienberichte. Häufig würden Obduktionsberichte jedoch nicht öffentlich – oder es würden keine Untersuchungen zu Todesursachen veranlasst, hieß es. Dies erschwere die Definition.

dpa

stol