Mittwoch, 28. Februar 2018

Mindestens 16 Menschen sterben bei Zugunglück in Ägypten

Bei einem schweren Zugunglück in Ägypten sind nach Medienberichten mindestens 16 Menschen getötet worden. 40 weitere wurden der staatlichen Zeitung „Al-Ahram“ zufolge am Mittwoch verletzt, als zwei Züge in der Provinz Beheira im Nildelta nördlich der Hauptstadt Kairo zusammenstießen. Die Zeitung berief sich auf Angaben von Provinzbeamten.

Bei einem schweren Zugunglück in Ägypten sind nach Medienberichten mindestens 16 Menschen getötet worden.
Bei einem schweren Zugunglück in Ägypten sind nach Medienberichten mindestens 16 Menschen getötet worden. - Foto: © APA/AFP

Die regierungsnahe Zeitung „Youm7“ berichtete unter Berufung auf den Sicherheitschef der Provinz, zwei Waggons seien entgleist und hätten einen Güterzug gerammt. Videos zeigten die zerbeulte Karosserie eines Zugabteils, vor dem augenscheinlich mehrere Leichen unter Laken aufgereiht liegen. Die Krankenhäuser der Region seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

In Ägypten kommt es regelmäßig zu schweren Zugunglücken. Grund sind oft mangelhafte Infrastruktur oder unzureichend ausgebildete Mitarbeiter. Die schlechte Qualität von Fahrzeugen, Straßen und Schienen gilt als eine der Hauptursachen für die vielen Verkehrstoten in dem nordafrikanischen Land.

Generalstaatsanwalt Nabil Sadek begann angesichts des Unglücks mit Ermittlungen. Sozialministerin Ghada Wali stellte Soforthilfe für die Opfer und ihre Verwandten bereit.

Im vergangenen August ereignete sich in der Hafenmetropole Alexandria das schwerste Zugunglück seit Jahren in Ägypten, als zwei Züge zusammenkrachten. Mehr als 40 Menschen starben, über 100 wurden verletzt. Danach kündigten die Behörden Investitionen in die Infrastruktur an, um solche Unfälle demnächst zu verhindern. Bahnchef Medham Schuscha musste zurückgetreten.

Das mit Abstand schlimmste Zugunglück in Ägypten ereignete sich 2002, als durch einen Brand in einem Abteil mehr als 360 Menschen starben. Im Jahr 2012 starben nach dem Zusammenstoß eines Zugs mit einem Schulbus über 50 Menschen.

dpa

stol