Sonntag, 21. Juni 2015

Mindestens 94 Inder starben an gepanschtem Schnaps

In Indien sind Dutzende Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps gestorben. Insgesamt seien mittlerweile 94 Todesfälle gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die meisten der Toten seien Bewohner der Slum-Gegend Malvani in Mumbai. 45 Menschen seien noch zur Behandlung in Krankenhäusern.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

Der Konsum von Schwarzgebranntem ist in Indien weit verbreitet. Ein halber Liter ist oft schon für 20 Rupien (28 Cent) zu haben. Immer wieder wird der Schnaps mit dem Industrie-Alkohol Methanol vermischt, was zu schweren Vergiftungen führen kann.

Gesetze werden kaum beachtet

Im Bundesstaat Maharashtra, in dem Mumbai liegt, ist für den Konsum von Alkohol eigentlich eine Lizenz erforderlich. Das Gesetz wird aber kaum umgesetzt. In anderen Bundesländern ist Alkoholkonsum eigentlich gänzlich verboten.

Die Polizei habe rund 20 Verdächtige vorübergehend festgesetzt, berichtete die indische Nachrichtenagentur IANS. Nach vier Alkoholschmugglern werde in der Finanzmetropole und Umgebung noch gesucht. In einigen Gegenden Mumbais gehe die Polizei von Tür zu Tür, um festzustellen, ob in den vergangenen Tagen noch mehr Menschen den tödlichen Schnaps gekauft haben.

Jährlich rund 1.000 Tote

Nach offiziellen Angaben sterben in Indien jedes Jahr rund 1.000 Menschen an gepanschtem Alkohol. Schätzungen gehen davon aus, dass zwei Drittel des in Indien getrunkenen Alkohols illegal hergestellt wurden. Die indische Zeitung „Mid-Day“ berichtete, die Familien der Verstorbenen hätten sich mehrfach an die Polizei gewandt und von dem Schmugglerring berichtet, doch sei nie etwas unternommen worden.

apa/dpa

stol