Samstag, 23. Januar 2016

Mindestens acht Tote bei Schneesturm an US-Ostküste

Einer der schwersten Schneestürme seit Jahren hat in der Nacht auf Samstag die US-Ostküste getroffen und mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Es kam zu vielen Unfällen, Zehntausende Bürger waren ohne Strom, Tausende Flüge wurden abgesagt, wie der Sender CNN berichtete.

Starke Schneefälle legten das Leben an der US-Ostküste (im Bild eine Straße in Washington DC) in der Nacht auf Samstag großteils lahm.
Starke Schneefälle legten das Leben an der US-Ostküste (im Bild eine Straße in Washington DC) in der Nacht auf Samstag großteils lahm. - Foto: © APA/AFP

Insgesamt leben in dem von dem Sturm bedrohten Gebiet in 19 Bundesstaaten etwa 85 Millionen Menschen. Das entspricht knapp einem Viertel der US-Bevölkerung. Der nationale Wetterservice gab eine Blizzardwarnung heraus, die von Virginia bis vor New York City reichte.

Washington DC meldet 60 Zentimeter Neuschnee

Allein in der Hauptstadt Washington DC sollten nach Angaben des Wetterdienstes Wunderground bis zu 60 Zentimeter Schnee fallen. Dort kam das öffentliche Leben weitestgehend zum Erliegen. Regierungsbehörden und Schulen hatten bereits am Freitag geschlossen.

Auch der öffentliche Nahverkehr wurde bis Sonntag eingestellt, vom frühen Samstagmorgen an auch einschließlich des gesamten Metronetzes. Das hat es in dieser Form in DC noch nicht gegeben.

1000 Unfälle allein in Virginia

Auf den winterlichen Straßen brach vielerorts der Verkehr zusammen. Rund 1000 Unfälle meldete die Polizei nur in Virginia, wie CNN berichtete. Ein Mensch kam dort ums Leben. Sieben weitere Tote gab es in den Bundesstaaten North Carolina und Kentucky. Viele Autofahrer hatten offizielle Mahnungen ignoriert, das Haus von Freitagnachmittag an nicht mehr zu verlassen. An der US-Ostküste sind nicht viele Fahrzeuge für Schnee und Eis ausgerüstet.

Das Winterwetter legte auch Teile des Flugverkehrs lahm. Nach Angaben der Website flightaware.com wurden von Freitag bis Sonntag mehr als 8.000 Flüge abgesagt.

Probleme bei Energieversorgung befürchtet

Wegen des erwarteten schweren Schnees auf den Stromleitungen wurden Ausfälle in der Energieversorgung befürchtet. In Virginia kam es dazu schon früh, Zehntausende waren dort ohne Strom. Bis in die Nacht auf Samstag war der Schnee allerdings zum Beispiel in Maryland zwar reichlich, aber pulvrig und leicht. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus, das hat aber vor allem organisatorische und finanzielle Gründe.

Während der Sturm 24 bis 36 Stunden dauern sollte, wurde für Sonntag strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt: ideales Wetter für Wintersportler, Familien und Ausflügler.

apa/dpa

stol