Donnerstag, 03. September 2015

„Mir gefror das Blut in den Adern“: Das sagt die Fotografin

Die türkische Fotografin Nilüfer Demir von der Nachrichtenagentur DHA hat die Bilder von dem syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi gemacht, dessen Leiche an den Strand von Bodrum gespült wurde.

Foto: © APA/Reuters

In einem DHA-Video erzählt sie, was bei ihr in dem Moment vor sich ging:

„Als ich den dreijährigen Aylan Kurdi gesehen habe, gefror mir wirklich das Blut in den Adern. In dem Moment war nichts mehr zu machen. Er lag mit seinem roten T-Shirt und seinen blauen Shorts, halb bis zum Bauch hochgerutscht, leblos am Boden. Ich konnte nichts für ihn tun.

Das einzige, was ich tun konnte, war, seinem Schrei – dem Schrei seines am Boden liegenden Körpers – Gehör zu verschaffen. Ich dachte, das könnte ich nur schaffen, indem ich den Abzug betätigte. Und in diesem Moment habe ich das Foto geschossen.

Hundert Meter weiter lag sein Bruder Galip am Boden. Ich bin danach zu ihm gegangen. Auch sein T-Shirt war hochgerutscht. Bei keinem von beiden, auch nicht bei der 150 Meter weiter von Galip entfernt liegenden (Mutter) Rehan konnte man Schwimmwesten, Schwimmflügel oder etwas, was sie über Wasser hätte halten können, vorfinden.“

dpa

stol