Sonntag, 08. Dezember 2019

Missbrauchsvorwürfe gegen Andrew: Bröckelt das Königshaus?

Der britische Prinz Philip und Thronfolger Charles sollen dem in den Epstein-Skandal verwickelten Prinz Andrew die Leviten gelesen haben.

Prinz Andrew soll eine 17-Jährige missbraucht haben.
Prinz Andrew soll eine 17-Jährige missbraucht haben.

Die britische Königsfamilie ist wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew (59) im Krisenmodus. Einem Bericht des „Telegraph“ zufolge wurde der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. (93) in den vergangenen Wochen gleich 2 Mal zum Gespräch auf den Landsitz Sandringham zitiert. Dort soll ihm erst sein Vater Prinz Philip (98) und dann der ältere Bruder, Thronfolger Charles (71), die Leviten gelesen haben. Philip sehe die Struktur der Königsfamilie in Gefahr, zitierte das Blatt einen Insider.


Andrew war mit Jeffrey Epstein befreundet und übernachtete mehrfach in verschiedenen Anwesen des US-Multimillionärs. Epstein galt als gut vernetzt, Prominente gingen bei ihm ein und aus. Im vergangenen August nahm sich der einschlägig vorbestrafte US-Amerikaner in Untersuchungshaft das Leben. Ihm wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben.


Vorwurf gegen Andrew

Eines der Opfer, Virginia Giuffre, wirft Andrew vor, sie als 17-Jährige mehrmals missbraucht zu haben. Der Royal musste seine Rolle für die „Firma“, wie sich die Königsfamilie intern nennt, bis auf Weiteres aufgeben. Was steckt hinter den Anschuldigungen?


Eine zweite Frau soll im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal Anwälten in den USA inzwischen berichtet haben, dass sie Sex mit dem Prinzen hatte. Die Aussage werde genau geprüft, zitierte das Blatt „Mirror“ am Samstag eine nicht näher genannte Quelle. Es gibt dem Bericht zufolge aber keinen Hinweis darauf, dass die Frau zum Sex mit Andrew gezwungen worden sei. Der Druck auf den 59-Jährigen dürfte dennoch steigen.

Der Buckingham-Palast wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu dem „Mirror“-Bericht äußern.
Die Anschuldigungen Giuffres sind nicht ganz neu, haben aber erst jetzt ihre volle Sprengkraft entwickelt. Ihre Aussagen führten in den USA zu neuen Ermittlungen gegen Epstein, die im vergangenen Sommer in einer erneuten Anklage gegen den Millionär mündeten.

dpa

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