Mittwoch, 26. Oktober 2016

Mission ExoMars: Software-Fehler wohl Ursache für Absturz

Der Absturz der Mars-Sonde „Schiaparelli“ ist nach Einschätzung der Europäischen Raumfahrtagentur ESA von einem Kommunikationsfehler ausgelöst worden. Bei der Landung der Sonde habe es bei ihr zwischen einem Radar-Höhenmessgerät und der Navigation ein Verständigungsproblem gegeben, hat der ESA-Direktor für Missionsbetrieb, Rolf Densing, am Mittwoch in Darmstadt gesagt.

Der Absturz der Mars-Sonde „Schiaparelli“ ist nach Einschätzung der Europäischen Raumfahrtagentur ESA von einem Kommunikationsfehler ausgelöst worden.
Der Absturz der Mars-Sonde „Schiaparelli“ ist nach Einschätzung der Europäischen Raumfahrtagentur ESA von einem Kommunikationsfehler ausgelöst worden. - Foto: © APA/DPA

Das erste europäisch-russische Mars-Landegerät war beim Aufprall auf der Oberfläche des Roten Planeten am vergangenen Mittwoch wahrscheinlich explodiert. „Die beiden Softwareteile haben nicht richtig miteinander kommuniziert“, so Densing. Das Höhenmessgerät habe zwar Informationen gesendet. Das Navigationsteil habe sich aber abgeschaltet. Der Fehler sei wahrscheinlich in einer Höhe von zwei bis vier Kilometer vom Mars entfernt passiert.

Warum Software versagte ist unklar

„Die Navi-Software hatte schon gedacht, die Landung wäre bereits vollzogen. Dann haben die Bremsraketen nur noch die minimal vorgewählte Zeit von etwa drei Sekunden gefeuert.“ Rund 60 Sekunden hätten es sein müssen. Von einer solchen Einschätzung hatte Densing auch im Deutschlandfunk berichtet. An welchem Software-Fehler der Absturz genau liegt, müsse noch geklärt werden. Ein Zwischenbericht der Hersteller werde in etwa einer Woche erwartet, eine Abschlussbewertung in rund zwei Wochen.

ExoMars sucht nach Leben auf dem Mars

Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen Europa und Russland nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. 2020 wollen sie einen Rover zum Mars schicken. Der Forschungssatellit „Trace Gas Orbiter“ (TGO), der im März gemeinsam mit „Schiaparelli“ zum Mars gestartet war, kreist unterdessen um den Mars. TGO soll künftig nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen. Wird das Gas nachgewiesen, könnte dies ein Hinweis auf biologische Aktivität sein.

apa/dpa

stol