Zwei Kinder waren am frühen Samstagmorgen allein von Bologna nach Padua gefahren. Wenig später wurde eines von ihnen auf dem Balkon einer fremden Wohnung entdeckt. In seinem Rucksack befand sich ein 26 Zentimeter langer Schraubendreher. Was als heimliche Zugfahrt begonnen hatte, endete für die beiden Cousins in einer Betreuungseinrichtung. <BR /><BR />Es war früher Samstagmorgen, als zwei Jungen im Alter von gerade einmal zehn und elf Jahren in Bologna in einen Zug stiegen. Kein Erwachsener begleitete sie. Ihr Ziel war Padua. Was genau die beiden Kinder dort vorhatten, wurde erst später bekannt. Nach Angaben der Polizei bewegten sie sich nach ihrer Ankunft durch ein Wohnviertel der Stadt. Dort machte eine Bewohnerin plötzlich eine ungewöhnliche Entdeckung: Eines der Kinder befand sich auf dem Balkon ihrer Wohnung. <BR /><BR />Wegen der hohen Temperaturen hatte die Frau die Balkontür zum Wohnzimmer geöffnet. Genau diese Gelegenheit soll der Junge genutzt haben. Er kletterte über das Balkongeländer und versuchte offenbar, durch die offene Tür in die Wohnung zu gelangen. Doch die Bewohnerin bemerkte ihn rechtzeitig und schlug Alarm. Als die beiden Kinder entdeckt wurden, ergriffen sie die Flucht. Der Lebensgefährte der Wohnungsbesitzerin nahm sofort die Verfolgung auf und lief ihnen durch die Straßen des Viertels hinterher. Schließlich gelang es ihm, die beiden einzuholen und zurück in die Nähe des Hauses zu bringen. <BR /><BR />Die Polizei wurde alarmiert. Als die Beamten eintrafen, standen sie vor zwei Kindern ohne Ausweispapiere. Zunächst konnten die Jungen offenbar keine überzeugende Erklärung dafür liefern, warum sie sich in diesem Teil von Padua aufhielten. Im Rucksack des Kindes, das zuvor auf dem Balkon gesehen worden war, entdeckten die Beamten einen 26 Zentimeter langen Schlitzschraubendreher sowie ein Mobiltelefon. Die beiden Jungen wurden zur Polizeidienststelle gebracht. <BR /><BR />Dort versuchten die Beamten, ihre Identität und die Hintergründe ihrer Reise zu klären. Schließlich stellte sich heraus: Einer der beiden war gerade einmal zehn, der andere elf Jahre alt. Gegenüber der Polizei gaben sie an, Cousins zu sein. Sie erzählten, gemeinsam und ohne Begleitung eines Erwachsenen mit dem Zug von Bologna nach Padua gefahren zu sein. Die Polizei versuchte, Angehörige der beiden zu erreichen, damit die Kinder wieder nach Hause gebracht werden konnten. <BR /><BR />Doch offenbar fand sich zunächst niemand, der bereit war, nach Padua zu kommen. Ein von den Beamten kontaktierter Verwandter erklärte, die Eltern der Kinder seien im Urlaub. Die Staatsanwaltschaften für Minderjährige in Bologna und Venedig wurden über den Fall informiert. Die beiden Kinder wurden schließlich in einer Betreuungseinrichtung in Padua untergebracht. Dort wurden sie von einem Sozialarbeiter betreut und in Obhut genommen.